Pressemitteilung vom 21.09.2018

Aufschwung setzt sich fort

Düsseldorf. Bauindustrie NRW zieht Konjunkturbilanz des ersten Halbjahres 2018

„Die nordrhein-westfälische Bauwirtschaft ist mit dem ersten Halbjahr 2018 sehr zufrieden. Natürlich würden wir uns eine gleichmäßigere Auftragsverteilung zwischen den verschiedenen Auftraggebern wünschen. Die öffentliche Hand investiert in diesem Jahr kräftig in neue Straßen und in die Sanierung von Gebäuden. Der Wirtschaftsbau erlebt nach dem letzten Jahr hingegen einen spürbaren Dämpfer“, so die Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen, Prof. Beate Wiemann, zu den Konjunkturzahlen des Bauhauptgewerbes in Nordrhein-Westfalen von Januar bis Ende Juni 2018.

Der Auftragseingang über alle Bausparten schließt das Ende des ersten Halbjahres 2018 mit einem Wachstum von 2,5 Prozent ab. Dies ergibt in Summe einen Auftragswert von rund 5,905 Milliarden Euro in Nordrhein-Westfalen. Deutschlandweit liegt der Zuwachs des Bauhauptgewerbes jedoch bei 7,5 Prozent. Nordrhein-Westfalen zeigt hier also eine unterdurchschnittliche Entwicklung.

Der zur Lösung der angespannten Wohnsituation in vielen nordrhein-westfälischen Groß- und Universitätsstädten dringend benötigte Wohnungsbau liegt jedoch unter Vorjahresniveau. Der Auftragseingang zeigt zwar nur ein leichtes Defizit von 1,2 Prozent. Allerdings verdeutlicht die Konjunktur, dass in Nordrhein-Westfalen immer noch Hindernisse für einen beschleunigten Wohnungsbau bestehen. Die Bauindustrie macht hierfür insbesondere die Bodenpolitik der Kommunen verantwortlich. Rund 1,202 Milliarden Euro flossen in den ersten sechs Monaten des Jahres in den Wohnungsbau.

Der Wirtschaftsbau zeigt zur Mitte des Jahres eine Erholung und reduziert sein Konjunkturdefizit im Vorjahresvergleich, liegt jedoch noch immer im Minus. Mit 2,1 Prozent unter Vorjahresniveau und 2,702 Milliarden Euro Auftragswert schließt der Wirtschaftsbau das erste Halbjahr ab. Während der Wirtschafts-Hochbau sogar 5,7 Prozent im Minus liegt, notiert der Wirtschafts-Tiefbau bei 5,7 Prozent im Plus.

Besonders positiv hervorzuheben ist der Straßenbau. Ein Plus von 19,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zeigt die ersten Erfolge des Investitionshochlaufes von Bund und Land und damit die Fortschritte der Infrastruktursanierung. 914 Millionen Euro war der Gesamtwert aller von Bund, Land und Kommunen durch die nordrhein-westfälische Bauwirtschaft eingesammelten Aufträge.

Der sonstige öffentliche Bau fällt in seiner konjunkturellen Entwicklung mehr und mehr auseinander.

Der Hochbau kann ein Plus von 26,9 Prozent verzeichnen. Diese Konjunktur geht dabei auf die Investitionen des Landes, vor allem jedoch der Kommunen in öffentliche Gebäude wie Universitäten, Schulen, Rathäuser, Ämter und Bürgerzentren zurück. 329 Millionen Euro wurden im ersten Halbjahr 2018 insgesamt investiert.

Der öffentliche Tiefbau weist dagegen nur ein minimales Wachstum von 0,5 Prozent auf und liegt mit 758 Millionen Euro kaum über Vorjahresniveau.