Pressemitteilung vom 28.04.2021

Der Konjunkturmotor Bau droht durch explodierende Preise bei Baumaterialien und Lieferengpässe ins Stocken zu geraten

Die BAUINDUSTRIE NRW befürchtet Verzögerungen bei Bauprojekten oder sogar Baustopps

Düsseldorf. „Die Baubranche war während der andauernden Corona-Pandemie ein verlässlicher Motor für die deutsche Konjunktur, jetzt droht dieser Motor durch eine regelrechte Preisexplosion und zunehmende Lieferengpässe bei Baustoffen ins Stocken zu geraten", kommentiert Prof. Beate Wiemann, Hauptgeschäftsführerin der BAUINDUSTRIE NRW, die aktuellen Preissprünge und Lieferprobleme bei wichtigen Baustoffen.

Die Branche beklagt zurzeit außergewöhnlich schnelle Preissteigerung bei Holz, Dämmstoffen, Bitumen, Stahl und Blechen, aber auch bei Dachpappe und Schrauben, Kunststoffen, PVC sowie Farben und Lacken. In den letzten 12 Monaten sind die Weltmarktpreise für Holz um über 300 %, Preise für Betonstahl in Stäben um knapp 26 %, für Bitumen um gut 21 %, bei Kanalgrundrohen um 50 % und bei Kunststoffen um etwa 17%  gestiegen. Die Preise für Baustahl sind seit Jahresbeginn sogar um 40 % gestiegen. Zunehmend kommt es auch zu Lieferengpässen, da die globale Nachfrage neue Höhen erreicht. Bauunternehmen beklagen sich über zum Teil monatelange Lieferfristen oder unverbindliche Lieferzusagen.

Folgen können Verzögerungen bei Bauprojekten oder sogar Baustopps sein. Der sehr schnelle Preisanstieg stellt neben Planern und Investoren vor allem Bauunternehmen vor große Herausforderungen. Die höheren Preise werden sich in Angeboten künftiger Ausschreibungen niederschlagen müssen.

„Wir sehen in den nächsten Monaten leider keine Anzeichen für eine Entspannung, zahlreiche Hersteller und Lieferanten haben bereits weitere Preissteigerungen angekündigt“, so Wiemann. Nun gehe es darum, gemeinsam mit Auftraggebern, Herstellern und Lieferanten partnerschaftliche Lösungen zu finden und beispielsweise Preisgleitklauseln in Verträgen zu nutzen.