Dummy Title http://example.com en-gb TYPO3 News Tue, 28 May 2024 19:31:23 +0200 Tue, 28 May 2024 19:31:23 +0200 TYPO3 EXT:news news-1423 Tue, 28 May 2024 13:27:00 +0200 Bund und Bauverbände unterzeichnen Charta für bessere Zusammenarbeit bei Bundesautobahn¬projekten https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-05-28-bund-und-bauverbaende-unterzeichnen-charta-fuer-bessere-zusammenarbeit-bei-bundesautobahnprojekten/ Bauprojekte an Bundesautobahnen sind technisch und organisatorisch komplex. Damit alle Projektbeteiligten Bauprozesse vorausschauend und im Interesse einer wirtschaftlichen und effizienten Bauabwicklung bestmöglich bewältigen können, ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Bauherr und Bauunternehmen wichtig. Heute hat sich Bundesminister Dr. Volker Wissing hierzu im Bundesministerium für Digitales und Verkehr mit Vertretern der Autobahn GmbH des Bundes, des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes und der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen ausgetauscht. Im Beisein des Bundesministers wurde hierzu eine Charta für die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Baustellen an Bundesautobahnen unter­zeichnet.

Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr:

Wir brauchen eine zukunftssichere Infrastruktur und wollen die Modernisierung unserer Bundesautobahnen gemeinsam vorantreiben. Der Schlüssel dafür ist, dass alle Projektbeteiligten transparent und fair Hand in Hand arbeiten. Die heute zwischen der Autobahn GmbH des Bundes und den Bauverbänden unterzeichnete Charta ist ein klares Signal für die Stärkung der partnerschaftlichen Zusammen­arbeit.

Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes:

Die Charta ist ein weiterer Baustein, um die Zusammenarbeit für die Modernisierung der Autobahnen zu verbessern. So können wir die Herausforderungen gemeinsam meistern, effizienter bauen und gleichzeitig die Verkehrsflüsse rund um die Baustellen optimieren.

Peter Hübner, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie:

Bauen statt Streiten, das ist der Leitsatz der Bauindustrie. Die Charta ist in diesem Sinn ein wichtiger Schritt hin zu einem neuen, lösungsorientierten Bauen, bei dem nicht länger das Austauschen von Schriftsätzen, sondern die Bewältigung der zunehmend anspruchsvolleren Aufgaben im Mittelpunkt steht. Wenn wir dies mit kooperativen Vertragsmodellen und agilen Entscheidungsprozessen flankieren, können wir einen echten Paradigmenwechsel für die gesamte Branche einläuten.

Wolfgang Schubert-Raab, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes:

Das deutsche Autobahnnetz ist eine der Lebensadern unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Zur Erhaltung und zum Ausbau ist deshalb jede Anstrengung gerecht­fertigt. Es ist daher im Sinne aller Beteiligten, verlässliche Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit auf Baustellen an Bundesautobahnen festzulegen. Die Artikel der Charta stellen insofern Grundregeln für die handelnden Beteiligten auf, um ein Gelingen zu garantieren.

Jürgen Faupel, stellvertretender Präsident der Bundesvereinigung Mittel­ständischer Bauunternehmen:

Die Partnerschaftscharta bildet Werte sowie eine Kultur der Zusammenarbeit der Wertschöpfungspartner ab und gibt damit einen weiteren Anstoß zu einem Kulturwandel – hierfür stehen wir als Mittelstand ein. Die Grundlage für die Herausforderungen der Zukunft besteht in Kooperation und nicht in Konfrontation. Aus Sicht des Mittelstandes bedeutet dies eine Chance, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die von Vertrauen, Transparenz und gegenseitigem Respekt geprägt ist. Jetzt gilt es für alle am Bau Beteiligten, sich zu den entwickelten Prinzipien zu bekennen und diese in der Praxis umzusetzen und zu leben.

Hintergrund:

Die Charta für bessere Zusammenarbeit bei Bundesautobahnprojekten ist ein weiterer Baustein, um Bauprozesse effizienter und wirtschaftlicher umzusetzen. Bereits im Jahr 2020 wurde gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur der Runde Tisch Baumanagement gegründet. Dem Runden Tisch gehören Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und Verbänden an. Konkrete Ergebnisse konnten bereits erzielt werden: Inzwischen werden Ausschreibungen und Vergaben optimiert und damit die Bauzeiten insgesamt verkürzt. Es wird effizient gebaut und gleichzeitig werden Verkehrsflüsse in Baustellen optimiert. Technik, Normen und Baustellenkoordination werden verbindlich festgelegt, um Kosten und Zeit zu sparen. Übergeordnetes Ziel dabei ist es, die Autobahnen für alle Nutzer nachhaltig und kostengünstig zu erhalten und auszubauen.

 

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news-1420 Fri, 24 May 2024 09:27:00 +0200 Kein Lichtblick im Wohnungsbau https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-05-24-kein-lichtblick-im-wohnungsbau/ Auftragseingang wieder im Minus. Wie erwartet war das Auftragsplus im Februar kein Zeichen eines Turnarounds in dem seit fast zwei Jahren arg gebeutelten Wohnungsbau. Im Gegenteil: Im März meldeten die Bauunternehmen1 für diese Sparte – im Vergleich zum Vorjahr – wieder einen Orderrückgang, und zwar um real 2,3 Prozent. Für das erste Quartal ergibt sich damit ein reales Minus von 6,1 Prozent. „Es ist leider immer noch kein Lichtblick im Wohnungsbau in Sicht. Angesichts der nach wie vor rückläufigen Baugenehmigungszahlen ist dies kein Wunder. Wo sollen die Aufträge auch herkommen? Die vom Statistischen Bundesamt gestern gemeldete Stabilisierung der Wohnungsbaufertigstellungen 2023 auf Vorjahresniveau wird sich in diesem Jahr somit nicht fortsetzen. Im Gegenteil: Aufgrund der fehlenden Aufträge erwarten wir für 2024 einen deutlichen Rückgang. Dies kann am Ende zu einer echten Belastung werden, schließlich gaben bereits heute 56 Prozent der vom Institut für Demoskopie Allensbach im Frühjahr befragten Personen an, dass dringend neue Wohnungen gebaut werden sollten, 20 Prozentpunkte mehr als 2015. Nur jeder vierte findet das Angebot an Wohnraum ausreichend, 2015 war es noch jeder zweite. Das ist sozialer Sprengstoff“, kommentiert Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, die heute veröffentlichten Konjunktur-Zahlen.

Für das gesamte Bauhauptgewerbe hätten die Unternehmen im März im Vorjahresvergleich allerdings ein Auftragsplus1,2 von real 2,2 Prozent, im Vergleich zu Februar3 sogar von 3,8 Prozent gemeldet. Für das erste Quartal werde damit ein reales Plus von 1,6 Prozent ausgewiesen. Dies sei allerdings noch nicht beim Umsatz angekommen, der im März um real 8 Prozent und im ersten Quartal um 4 Prozent zurückgegangen sei.

Müller: „Auch unser – bis vor kurzem noch vorhandener – Optimismus für 2025 gerät langsam ins Wanken. Während der Einbruch im Wohnungsbau in diesem Jahr durch öffentliche Investitionen etwas ausgeglichen wird, könnte dies im kommenden Jahr – angesichts der Sparapelle auf Bundesebene – wegfallen. Dies würde sich nicht nur negativ auf die Personalkapazitäten in unserer Branche auswirken, schließlich sind die Unternehmen nicht unendlich lange in der Lage, diese vorzuhalten, sondern auch auf den Zustand unserer Verkehrsinfrastruktur. Schon jetzt sind 68 Prozent der von Allensbach Befragten der Meinung, dass die Verkehrsinfrastruktur in einem schlechten bzw. sogar sehr schlechten Zustand sei. Dabei sind 91 Prozent der Befragten der Meinung, dass die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands stark bzw. sehr stark von einer guten Infrastruktur abhängt. Dies sollte die Politik bei ihren Etatverhandlungen berücksichtigen.“

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes und des ifo Instituts

1 Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten | 2 kalenderbereinigt | 3 saison-, kalender- und preisbereinigt

 

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news-1419 Thu, 23 May 2024 09:37:00 +0200 Baufertigstellungen 2023: Weiter deutlich unter Bedarf https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-05-23-baufertigstellungen-2023-weiter-deutlich-unter-bedarf/ Aber Stabilisierung auf dem Niveau der Vorjahre – Grund: Baubeginn vorrangig aus 2022 und davor Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen lag 2023 mit rund 294.400 auf dem Niveau von 2022 und damit über allen Prognosen, die zwischen 215.000 und 270.000 lagen. „Es ist zunächst einmal ein Ergebnis, dass die Leistungsfähigkeit der Bauwirtschaft auch in konjunkturell schwierigen Zeiten und unter problematischen Rahmenbedingungen beweist. Es zeigt außerdem den enormen zeitlichen Verzug bauwirtschaftlicher und baupolitischer Entscheidungen“, kommentiert Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie die Fertigstellungszahlen, die das Statistische Bundesamt heute bekannt gegeben hat. Denn viele der Fertigstellungen des Vorjahres dürften noch auf Genehmigungen zurückzuführen sein, die in den Jahren bis 2022 unter deutlich besseren Rahmenbedingungen beantragt und erteilt worden sind. „Unterm Strich bleibt allerdings: Auch im Vorjahr wurden weniger Wohnungen gebaut, als es der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum eigentlich erfordert. Weder die Politik noch wir als Branche sollten sich deshalb mit diesem Ergebnis zufriedengeben“, so Müller weiter.

Wohin die Reise am Wohnungsmarkt angesichts negativer Vorzeichen hinzugehen drohe, zeige sich bei den Baugenehmigungen. Diese hätte 2023 mit nur noch 260.000 um nahezu ein Drittel niedriger gelegen als 2021. Auch im ersten Quartal 2024 habe es mit einem weiteren Rückgang von 22 Prozent keine Trendwende gegeben. Politik, Bauwirtschaft und Immobilieninvestoren stünden daher in der Pflicht, in ihren Anstrengungen zur Versorgung breiter Schichten der Bevölkerung mit bezahlbarem Wohnraum nicht nachzulassen. Schließlich sei 2023 die Zahl der Sozialwohnungen weiter zurückgegangen.

Müller mahnte vor allem ein stärkeres Engagement der Politik an. „Mit einem mutigen und beherzten Abbau hemmender staatlichen Regulatorik können wichtige Impulse gesetzt werden, ohne dass dem Staat nennenswerte Kosten entstehen“, so Müller. „Lange Planungs- und Genehmigungszeiten, sich ständig verändernde Vorgaben zur Bauqualität, ausufernde Bauvorschriften sowie unterschiedliche Landesbauordnungen: wenn endlich die Schere an diesem Vorschriftenwirrwarr angesetzt wird, könnten die Bauunternehmen mehr industriell und seriell bauen sowie Baukosten aus eigener Kraft deutlich reduzieren. Am besten gelingt das mit voll digitalisierten und personell gut ausgestattet Bauverwaltungen.“

Angesichts weiterhin hoher Zinsen und Baupreise reiche dies aber vor allem kurzfristig nicht aus, dem Wohnungsneubau wieder auf die Sprünge zu helfen. Wolle die Politik die ambitionierten selbstgesteckten Ziele erreichen, müsse auch mehr Geld in die Hand genommen werden, vor allem im Rahmen eines Zinsverbilligungsprogramms. „So schön das Ergebnis für 2023 auch ist, vor allem in den Ballungsgebieten und ihrem Umland bauen wir weiter dem steigenden Bedarf hinterher“, erklärte Müller.

 

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news-1418 Tue, 21 May 2024 13:37:00 +0200 Was die Deutschen übers Bauen denken https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-05-21-was-die-deutschen-uebers-bauen-denken/ Bürgerinnen und Bürger benennen Aufgaben der Politik: Straßen und Brücken sanieren, mehr Wohnungen bauen, kein Sparzwang bei der Infrastruktur Politik darf nicht im luftleeren Raum passieren, sie muss sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren. Das Institut für Demoskopie Allensbach hat deshalb im Auftrag des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie und des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durchgeführt. Die Beteiligten wurden sowohl zur Bedeutung der Bauwirtschaft als Branche für unsere Volkswirtschaft als auch zu einer Investitionsagenda befragt, die aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger durch die Politik umgesetzt werden sollte.  

Die Kernergebnisse in der Übersicht:

  • 74 % nannten die Bauwirtschaft als eine wichtige Branche für Deutschland. Damit ist die Bauwirtschaft auf Platz 3 vorgerückt, hinter Autohersteller (83 %) und Handwerk (78 %). 10 Prozentpunkte mehr als 2022 (Platz 5) und 30 Prozentpunkte mehr als 2009.

Eine gute Infrastruktur wichtig für den Standort:

  • 91 % der Befragten sind der Meinung, dass die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands stark bzw. sehr stark von einer guten Infrastruktur abhängt. Wenn sie sagen sollen, in welchen Bereichen die Infrastruktur verbessert werden muss, steht an dritter Stelle (83 %) schon der Bau von neuen Wohnungen (hinter Gesundheit und Bildung).
  • Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs kommt auf Platz 6 mit 76 %, gefolgt von Sanierung und Instandhaltung von Brücken (75 %) und Erneuerung bzw. Ausbau des Schienennetzes (75 %) sowie der Bau von Energieversorgungsanlagen für erneuerbare Energien, etwa Windparks, Solaranlagen, Wasserkraftwerke (70 %).

Die eigene Immobilie steht zwar nach wie vor in der Bevölkerung hoch im Kurs:

  • 76 % würden, wenn sie es sich frei aussuchen könnten, lieber in einem Eigenheim wohnen. Allerdings ist die Investitionsbereitschaft im Verlauf der letzten Jahre erheblich gesunken.
  • 2011 waren noch 74 % überzeugt, dass es sich lohnt, ein Eigenheim zu kaufen oder zu bauen, aktuell nur noch 53 %.

Die Sorge um bezahlbaren Wohnraum ist so groß, dass sie aus Sicht der Bevölkerung dringend gelöst werden sollte.

  • Mit 67 % steht die Bekämpfung des Wohnraummangels auf Platz 4.
  • Nur knapp davor liegt die Bekämpfung der Inflation (69 %), die Regelung der Zuwanderung (68 %) und die Wirtschaft stärken bzw. für Wirtschaftswachstum sorgen (68 %).

 

BAUINDUSTRIE-Präsident Peter Hübner

„Die Bevölkerung sieht die Relevanz der Bauwirtschaft, darüber hinaus sieht sie deutlich, welcher Druck auf der Branche lastet und vor welchen Herausforderungen sie steht. Das sollte die Bundesregierung ernst nehmen und einen schärferen Fokus auf den Bau legen. Wir brauchen einen starken Bau: für die Energie-, Verkehrs- und Klimawende – aber auch für rund eine Million sichere Jobs.

Die kritische Bewertung der Bevölkerung zum aktuellen Zustand der Infrastruktur gibt einen deutlichen Hinweis auf den dringenden Handlungsbedarf. Die Infrastruktur verfällt zunehmend, da nicht genügend investiert wird, um den Erhalt sicherzustellen. Brückensperrungen, Staus, eingeschränkte Logistik für unsere Wirtschaft sind die Folge. Der Wirtschaftsstandort gerät damit immer weiter in Gefahr. Das hat die Bevölkerung erkannt, die Politik sollte darauf reagieren.

Die Betonung der Bevölkerung auf die Wichtigkeit von Investitionen und den richtigen Anreizen in den Bereich Wohnungsbau und Infrastruktur ist ein Hinweis auf die Prioritätensetzung in den Haushaltsverhandlungen. Die Politik hat das Mandat, also das Recht und die Pflicht, zu entscheiden. Sie muss die vorhandenen finanziellen Mittel sinnvoll und nachhaltig einsetzen. Die Wirtschaftsweisen haben es kürzlich mit Nachdruck gefordert, die Bevölkerung sagt es auch: Wer an der Infrastruktur spart, spart am falschen Eck. Es ist der Wille der Bevölkerung, mehr zu bauen – es sollte das politische Ziel werden.“

ZDB-Präsident Wolfgang Schubert-Raab

„Die Umfrage zeigt anschaulich, dass die Bürger in Deutschland die Investitionsbedarfe beim Wohnungsbau und der Infrastruktur sehr deutlich sehen. Dementsprechend ordnen sie auch die Bedeutung der Bauwirtschaft bei der Bewältigung dieser Herausforderungen ein: Handwerk und Bauwirtschaft mit einem Ranking auf Platz zwei und drei,- vor anderen Schlüsselbranchen, will in Deutschland etwas heißen. Um die hohen Investitionsbedarfe auch bauen zu können, brauchen wir ausreichend Fachkräfte. Die Bauwirtschaft hat in den letzten 12 Jahren rund 200.000 Arbeitsplätze geschaffen. Dennoch kämpfen wir zunehmend mit dem demographischen Wandel und benötigen eine sinnvolle und passgenaue Flankierung der Fachkräftesicherung durch die Politik - zum Beispiel durch eine erleichterte Zuwanderung.  

Die „Agenda der Bevölkerung“ macht zudem deutlich, was auch auf der politischen Agenda stehen muss: vornehmlich der preiswerte Wohnungsbau und die Sanierung sozialer Einrichtungen. Brücken, Schienen, Straßen und die digitale Infrastruktur brauchen schleunigst ein Update, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern. Und einmal mehr wird deutlich, dass drei Viertel der Deutschen gern im Wohneigentum leben würde. Auch dafür braucht es verbesserte Rahmenbedingungen.“

Hier geht’s zur Umfrage: https://www.bauindustrie.de/bedeutung_bauwirtschaft

 

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news-1415 Fri, 17 May 2024 12:37:00 +0200 Baugenehmigungen: Abwärtsspirale setzt sich fort https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-05-17-baugenehmigungen-abwaertsspirale-setzt-sich-fort/ Auch im März deutlicher Rückgang – Wohnungspolitische Ziele außer Reichweite „Die Genehmigungszahlen im Wohnungsbau lassen immer noch keine Bodenbildung erkennen, der Rückgang setzte sich auch im März ungebremst fort. Seit dem Höhepunkt im März 2022 hat sich die Zahl der genehmigten Wohnungen halbiert. Insgesamt wurden bei Neu- und Umbauten nur noch 18.500 Wohnungen genehmigt, gegenüber dem Vorjahresmonat war dies ein weiterer drastischer Rückgang um 24,6 Prozent. Noch deutlicher ist der Einbruch im Eigenheimbau. Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern ist im März sogar ein Genehmigungsrückgang von 32,1 Prozent zu verzeichnen, das Niveau vom März 2022 wird mittlerweile um 60 Prozent unterschritten.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Tim-Oliver Müller die Genehmigungszahlen, die das Statistische Bundesamt heute bekannt gegeben hat.

Im Geschosswohnungsbau lag der Rückgang im März mit 22,9 Prozent nur unwesentlich niedriger. „Selbst wenn die Fertigstellungszahlen in 2023 nicht so dramatisch ausfallen, wie befürchtet wurde, heißt dass doch nur, das dicke Ende kommt erst noch“, so Müller. Zwar seien die - für den Bau maßgeblichen - Hypothekenzinsen seit dem November 2023 leicht zurückgegangen und auch die Baukosten würden nicht mehr weiter steigen. Damit würden aber nur die negativen Rahmenbedingungen festgeschrieben, so Müller. Daher seien nach wie vor Zinsverbilligungsprogramme nötig, um endlich wieder mehr Nachfrage am Wohnungsbaumarkt zu erzeugen.

Müller verwies auf eine lange Liste staatlicher Regulatorik, die im Wohnungsbau Innovationen und Produktivität hemmt, die geforderte Kostensenkung blockiert und den Neubau ausbremst. Dazu zählten: Eine unzureichende Ausweisung von Bauflächen durch die Kommunen, lange Planungs- und Genehmigungszeiten, überzogene Umweltschutzauflagen und die fehlende Digitalisierung sowie eine mangelnde personelle Besetzung in den Bauämtern. Hinzu kämen sich ständig verändernde Vorgaben zur Bauqualität, ausufernde Bauvorschriften sowie unterschiedliche Landesbauordnungen „Wenn wir die Schere an diesem Vorschriftenwirrwarr ansetzen, könnten wir mehr industriell und seriell bauen und Kosten aus eigener Kraft deutlich reduzieren. Auch wir wollen nicht immer nach Vater Staat rufen, sondern durch eigene Lösungen bezahlbaren Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung realisieren. Bis das aber möglich sein kann, müssen Bund und Länder mit in die Verantwortung“, so Müller.

 

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news-1413 Thu, 16 May 2024 12:37:00 +0200 BAUINDUSTRIE gründet Nachhaltigkeitsgesellschaft https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-05-16-bauindustrie-gruendet-nachhaltigkeitsgesellschaft/ Beratung & Orientierung: ZNB GmbH speziell auf Bedarfe der Baubranche ausgerichtet Mit dem Green Deal der Europäischen Union und dem Anspruch, die europäische Wirtschaft ökologischer und sozialer zu gestalten, entstehen vielfältige gesetzliche Vorgaben. Bauunternehmen müssen im Zuge der Umsetzung der CSRD-Richtlinie, der Taxonomie und des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz eine Vielzahl von Berichtspflichten in Hinblick auf ihre soziale und ökologische Einstufung erfüllen.

Dazu müssen viele Prozesse im Unternehmen evaluiert und entsprechend umgestaltet werden. Eine große Transformationsaufgabe steht der Branche bevor.

Von der Berichtspflicht betroffen sind zunächst alle großen Unternehmen, die zwei der drei folgenden Größenkriterien erfüllen:

  • Bilanzsumme von mindestens 25 Millionen Euro,
  • Nettoumsatzerlöse von mindestens 50 Millionen Euro,
  • mindestens 250 Beschäftigte.

Die jetzt von der BAUINDUSTRIE gegründete ZNB GmbH (Zukunft Nachhaltig Bauen) bietet allen Unternehmen aus der Wertschöpfungskette Bau aktuelle und passgenaue Orientierung auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit.

Die Gesellschaft wird von vier Landesverbänden der Bauindustrie (Hessen-Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen) und dem Hauptverband getragen, ist speziell auf die Bedarfe der Bauindustrie ausgerichtet und soll stetig weiterwachsen, ebenso wie das Angebot an Seminaren und individueller Beratung zu aktuellen und kommenden Berichterstattungs- und Nachweispflichten.

BAUINDUSTRIE-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller: „Die Flut der nachhaltigkeitsbezogenen Regelungen ist kaum noch zu überblicken. Dabei verwirren nicht nur die unterschiedlichen Regelungsbereiche, sondern auch die Form und die Prozesse ihrer Entstehung. Entwürfe unterschiedlicher europäischer Gremien stehen neben den Beschlüssen nationaler Parlamente. Einspruchsfristen und Übergangsvorschriften sind nur mit Mühe zu durchschauen. Daher will die ZNB den Unternehmen Hilfestellung in der Orientierung im „Gesetzesdschungel“ bieten. Damit Nachhaltigkeit geplant, aber auch umgesetzt wird. Das ist unser Anspruch.“

 

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news-1411 Tue, 14 May 2024 11:47:00 +0200 Streik im Bauhauptgewerbe: Bauindustrieverband gibt Tarifempfehlung ab https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-05-14-streik-im-bauhauptgewerbe-bauindustrieverband-gibt-tarifempfehlung-ab/ Düsseldorf. In den Bau-Tarifverhandlungen konnte in den vergangenen Wochen keine Einigung erzielt werden. Deshalb wird seit dem 13. Mai 2024 deutschlandweit gestreikt. Auch Unternehmen in Nordrhein-Westfalen sind davon betroffen. Der Bauindustrieverband hat eine Tarifempfehlung an seine Mitglieder gegeben, um eine möglichst schnelle Einigung zu erzielen. Beim Streik der IG BAU sind auch Bauunternehmen in Nordrhein-Westfalen betroffen. Und das, obwohl die Arbeitgeberseite in NRW dem Schlichtungsspruch vom 19. April geschlossen zugestimmt hatten. Die Streiks sind ein harter Schlag für das einwohnerstärkste Bundesland mit seinem hohen Baubedarf. „Ob im Wohnungsbau oder bei Baumaßnahmen in der Infrastruktur – jeder Tag, an dem unsere Mitgliedsunternehmen lahmgelegt sind, verzögert die Umsetzung dieser Projekte weiter nach hinten“, so Prof. Beate Wiemann, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbands NRW. „Leidtragende sind die Pendler, die nun noch länger im Stau stehen, und Menschen, die von der Wohnungsnot betroffen sind.“

Um nun dennoch möglichst schnell zu einer Einigung zu kommen, hat der Bauindustrieverband seinen Mitgliedsunternehmen eine Tarifempfehlung gegeben, die sich am Schiedsspruch orientiert. Obwohl die wirtschaftliche Lage – insbesondere im Wohnungsbau – schwierig ist, wird die Empfehlung von den Mitgliedsunternehmen umgesetzt. „Dies zeigt deutlich die Wertschätzung, die unsere Mitgliedsunternehmen ihren Mitarbeitern entgegenbringen“, so Prof. Beate Wiemann. Ziel sei es weiterhin, eine gemeinsame Lösung mit der IG BAU zu finden, um so die zahlreichen Herausforderungen und Bauaufgaben, die die Branche in Zukunft hat, bewältigen zu können.

 

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news-1408 Thu, 25 Apr 2024 12:20:00 +0200 Plus beim Auftragseingang im Wohnungsbau https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-04-25-plus-beim-auftragseingang-im-wohnungsbau/ Doch kein Grund zur Entwarnung: Statistischer Basiseffekt sorgt für leichten Auftrieb, Umsatz weiter rückläufig. Das Statistische Bundesamt meldete für das deutsche Bauhauptgewerbe für den Monat Februar 2024 im Vergleich zum Vormonat1,3 einen Anstieg des Auftragseingangs um 1,8 Prozent. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat hat der Auftragseingang1,2 leicht zugelegt, und zwar um 0,9 Prozent. Für die ersten zwei Monate wird ein reales Plus von 1,1 Prozent ausgewiesen. „Auch für den Wohnungsbau meldeten die Unternehmen im Februar dieses Jahres ein reales Orderplus von 0,8 Prozent, das ist der erste preisbereinigte Anstieg seit März 2022. Wir glauben aber nicht, dass wir hier schon eine Bodenbildung sehen. Es handelt sich eher um einen Basiseffekt, der zum Teil an den Arbeitstagen liegt: So hatte der Februar 2024 etwa einen Arbeitstag mehr als der Vorjahres-Februar. Zudem sind die Preissteigerungen etwas rückläufig. Die Zahlen bieten also ein leicht verzerrtes Bild, schließlich werden immer noch zweistellige Rückgänge bei den Baugenehmigungen ausgewiesen. Hinzu kommt, dass sich für die ersten zwei Monate immer noch ein reales Orderminus von 8,5 Prozent ergibt.“ So kommentiert Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, die heute veröffentlichten Konjunktur-Zahlen. Es wundere somit nicht, dass 56 Prozent der im Rahmen des ifo Konjunkturtests befragten Bauunternehmen über Auftragsmangel im Wohnungsbau klagen. Entsprechend sei der Umsatz im Februar um real 6,0 Prozent und in Summe der ersten zwei Monate sogar um 11,0 Prozent zurückgegangen. Für das gesamte Bauhauptgewerbe werde ein reales Minus von 1,3 Prozent gemeldet, trotz des leichten Anstiegs im Februar von 2,0 Prozent.

Müller: „Auch im Februar hat die Branche von Großprojekten – insbesondere im Wirtschaftstiefbau und Öffentlichen Hochbau – profitiert. Beide Sparten sind deutlich im Order- aber auch im Umsatzplus. Immer weiter abgehängt wird hingegen der Wirtschaftshochbau mit zweistelligen Orderrückgängen, der unter der Investitionszurückhaltung im Verarbeitenden Gewerbe und bei den Dienstleistern leidet. Aufgrund der gestiegenen Zins- und Energiekosten, der ausufernden Bürokratie, der zunehmenden geopolitischen Unsicherheiten und der zögerlichen Politik werden Investitionsentscheidungen entweder aufgeschoben oder – wenn möglich – im Ausland getätigt. Wir brauchen möglichst bald eine politische Trendwende – nicht nur für den Wohnungsbau, sondern für die gesamte Wirtschaft.“

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes und des ifo Instituts
1 Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten | 2 kalenderbereinigt | 3 saison-, kalender- und preisbereinigt

 

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news-1406 Thu, 18 Apr 2024 12:20:00 +0200 Erst laut, dann taub! Gemeinsam gegen Lärm am Bau https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-04-18-erst-laut-dann-taub-gemeinsam-gegen-laerm-am-bau/ BG BAU, HDB, ZDB und IG BAU setzen Zeichen gegen Lärmschwerhörigkeit Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB), der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) haben heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz im Vorfeld des Tags gegen Lärm am 24. April mehr Anstrengungen beim Thema Lärmschutz auf Baustellen angekündigt.

Nicht nur im privaten Umfeld, sondern auch in der Arbeitswelt ist Lärm eine ständig wiederkehrende Gesundheitsgefährdung. Ist es zu laut, wird das Gehör irreversibel geschädigt. Eine Lärmschwerhörigkeit ist die Folge.

In der Bauwirtschaft und in den baunahen Dienstleistungen ist Lärmschwerhörigkeit die häufigste gemeldete Berufskrankheit. So verzeichnet die BG BAU für das Jahr 2023 4.581 neue Anzeigen auf Verdacht einer berufsbedingten Lärmschwerhörigkeit (vorläufige Zahl). Das sind 571 mehr als im Jahr zuvor (2022: 4.010). Damit steht die Lärmschwerhörigkeit erneut auf dem ersten Platz der gemeldeten Berufskrankheiten am Bau.

Dieser Entwicklung wollen BG BAU, ZDB, HDB und IG BAU mit verstärkter Aufklärung und einem gemeinsamen Engagement für einen besseren Schutz vor Lärm in der Bauwirtschaft begegnen. Denn auch wenn Bauen laut ist: Mit den richtigen Maßnahmen zur Lärmminderung können gesundheitliche Auswirkungen verhindert werden.

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des ZDB: „Die Auswirkung von Lärm wird von vielen unterschätzt – doch die Fakten beweisen das Gegenteil. Deshalb wollen wir alle Beteiligten in der Baubranche für das Thema sensibilisieren. Ein konsequenter Lärmschutz ist wichtig, weil jede Tätigkeit in einer lauten Arbeitsumgebung das Gehör schädigt, und zwar unumkehrbar. Aber nicht nur die Arbeit kann Quelle für eine Lärmschwerhörigkeit sein, auch das Privatleben. Deshalb gilt: Lärmprävention endet nicht mit Dienstschluss.“

Gerhard Citrich, Leiter der Abteilung Arbeits- und Gesundheitsschutz der IG BAU: „Wir brauchen mehr Akzeptanz für Lärmschutz und ein stärkeres Bewusstsein sowohl bei den Beschäftigten als auch bei den Arbeitgebern für die schädliche Wirkung von Lärm. Eine Lärmschwerhörigkeit tritt auch nicht zwingend erst im Alter auf. Viele junge Menschen hören schlecht oder gar nicht mehr. Damit die Leute ihre Ohren schützen, brauchen wir passgenaue Schutzmaßnahmen.“

Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des HDB, ergänzt: „Die Sicherheit und Gesundheit unserer Beschäftigten sind ein Muss. Darum achten wir auf wirksame technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen, die wir immer wieder überprüfen und aktualisieren. Unsere Unternehmen setzen dabei vor allem auf Innovationen in der Lärmbekämpfung: Moderne Schallschutztechnologien, elektrisch betriebene Baumaschinen, die nicht nur leiser, sondern auch umweltfreundlicher sind. Denn unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unsere wichtigste Ressource. Wir schützen sie.“

Bernhard Arenz, Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG BAU: „Wir beobachten in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg der berufsbedingten Lärmschwerhörigkeit in der Baubranche. Deshalb ist Aufklärung so wichtig. Dabei setzen wir auf präventive Maßnahmen zur Vermeidung und Verringerung des Baulärms. Denn am wirkungsvollsten ist Lärmschutz dann, wenn wir Lärm schon am Entstehungsort mindern.“

Wann Lärmschutz erforderlich ist, regelt die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung. Demnach müssen Arbeitsplätze mit einem Tages-Lärmexpositionspegel von mehr als 85 dB(A) beziehungsweise einem Spitzenschalldruckpegel von mehr als 137 dB(C) als Lärmbereiche gekennzeichnet werden. Dort müssen insbesondere technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten getroffen werden.

Technische Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten sind unter anderem leisere Maschinen oder lärmarme Arbeitsverfahren. Mit ihnen lässt sich der Lärmpegel nachhaltig senken. Beispiele sind lärmgeminderte Druckluftdrüsen oder schallgedämmte Sägeblätter für Kreissägen. Sind technische Maßnahmen nicht möglich, muss die Lärmbelastung organisatorisch eingeschränkt werden, indem zum Beispiel Schallschutzwände oder Schallschutzkapseln die Lärmquelle abschirmen. Ab einer Lärmbelastung von durchschnittlich 80 dB(A) am Tag müssen Unternehmen ihren Beschäftigten persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung stellen, also Kapselgehörschützer, Gehörschutzstöpsel oder Otoplastiken. Eine Tragepflicht besteht ab einem Wert von 85 dB(A).

Die BG BAU fördert im Rahmen der Arbeitsschutzprämien die Anschaffung sicherer und gesundheitsfördernder Arbeitsmittel wie Otoplastiken mit finanziellen Zuschüssen. Informationen zu den Arbeitsschutzprämien der BG BAU gibt es unter www.bgbau.de/praemien.

Weitere Informationen:

Pressemappe zur Pressekonferenz: www.bgbau.de/opk-laerm

Themenseite der BG BAU: www.bgbau.de/laerm-und-vibrationen

Der richtige Gehörschutz | BG BAU - Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Pressemitteilung
news-1405 Thu, 18 Apr 2024 10:20:00 +0200 Baugenehmigungen: Keine Bodenbildung in Sicht https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-04-18-baugenehmigungen-keine-bodenbildung-in-sicht/ Auch im Februar deutlicher Rückgang. Wohnungspolitischer Offenbarungseid. „Die Genehmigungszahlen im Wohnungsbau kennen seit drei Jahren nur eine Richtung – abwärts. Daran hat sich auch im Februar 2024 nichts geändert. Insgesamt wurden bei Neu- und Umbauten nur noch 18.200 Wohnungen genehmigt, gegenüber dem Vorjahresmonat war dies ein weiterer drastischer Rückgang um 18 Prozent. Weiterhin ist die Lage im Eigenheimbau besonders dramatisch. Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern ist ein Genehmigungsrückgang von 23 Prozent zu verzeichnen. Der Traum vom Leben in den eigenen vier Wänden wird für immer größere Teile der privaten Haushalte unerfüllbar“. Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Tim-Oliver Müller die Genehmigungszahlen, die das Statistische Bundesamt heute bekannt gegeben hat.

Auch im Geschosswohnungsbau sehe es nicht viel besser aus, hier lag der Rückgang im Februar ebenfalls bei 23 Prozent. „Wenn sich dieser Trend fortsetzt, und sich die Rahmenbedingungen nicht wesentlich verändern, steht die Regierung im Bundestagswahljahr 2025 vor dem wohnungspolitischen Offenbarungseid. Statt der verkündeten 400.000 Wohnungen dürfte dann nur etwas mehr als die Hälfte tatsächlich realisiert werden“, so Müller. Zwar sei mittlerweile das Wachstumsbeschleunigungsgesetz mit der darin enthaltenen degressiven AfA für den Mietwohnungsbau durch den Bundesrat. Allerdings sei die Wirksamkeit erst dann gegeben, wenn die Finanzierungskosten beim Immobilienkauf oder für den Neubau merklich nach unten gehen. Da die Zinswende bei der EZB nur in kleinen Schritten erfolgen werde, seien Zinsverbilligungsprogramme nach wie vor nötig, um einen Schub am Wohnungsbaumarkt zu erzeugen. „Der Wohnungsneubau ist nun mal wesentlich von den Zinsen abhängig, deshalb muss auch an dieser Stellschraube angesetzt werden, wenn ein schneller Effekt erreicht werden soll”, so Müller.

Müller mahnt an, beim Thema Kostensenkung im Wohnungsbau nicht nachzulassen und eindeutige politische Entscheidungen zu treffen. „Wir müssen endlich den über Jahre aufgekommenen Wildwuchs an vollkommen überzogenen Vorschriften im Wohnungsbau in den Landesbauordnungen drastisch beschneiden, um die Baukosten deutlich nach unten zu drücken. Hier können wir von anderen europäischen Ländern lernen, wie es billiger geht, ohne an der notwendigen Sicherheit zu sparen“, so Müller. Er stellt nochmals klar, dass es weder eine Frage von technischen Möglichkeiten sei, noch um eine Absenkung von Standards ginge. Der Gesetzgeber müsse hingehen klarstellen, dass grundsätzlich nur die so genannten Schutzvorschriften einzuhalten seien, nicht aber jegliche Normen- und Komfortanforderung. Letztere sollten frei verhandelbar sein.

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news-1397 Mon, 25 Mar 2024 10:20:00 +0100 Schwacher Jahresstart 2024 https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-03-25-schwacher-jahresstart-2024/ Weiterer Ordereinbruch beim Wohnungsbau wird von Großprojekten im Wirtschaftstiefbau ausgeglichen. Umsatz aber im Minus. Das Statistische Bundesamt meldete für das deutsche Bauhauptgewerbe für den Monat Januar 2024 im Vergleich zum Vormonat1,3 einen Rückgang des Auftragseingangs um 7,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat hat der Auftragseingang1,2 hingegen leicht (+ 1,3 Prozent) zugelegt. „Zu Jahresbeginn setzt sich die ungleiche Entwicklung in der Baubranche fort. Auf der einen Seite die nach wie vor desaströse Situation im Wohnungsbau und auf der anderen Seite  ausgleichende Großprojekte im Wirtschaftstiefbau, in dem Bahn- und Kabelleitungsbau verortet sind.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, die Konjunkturindikatoren für das Bauhauptgewerbe. Demnach hätte sich der anhaltende Abwärtstrend im Wohnungsbau aus dem Vorjahr auch 2024 ungebremst fortgesetzt: Die Bauunternehmen hätten im Januar 2024 für diese Sparte einen realen Ordereinbruch von 17,5 Prozent gemeldet, das sei der 22 Rückgang in Folge. Und dass, obwohl die Aufträge im Januar des Vorjahres schon um ein Drittel eingebrochen seien. Ein Ende dieser Entwicklung ist – angesichts der stark rückläufigen Wohnungsbaugenehmigungen – auch vorerst nicht abzusehen. Es sei lediglich dem Wirtschaftstiefbau mit einem realen Orderplus von 20 Prozent zu verdanken, dass für das gesamte Bauhauptgewerbe im Vorjahresvergleich noch ein leichtes Plus ausgewiesen wurde. 

Müller: „Der Bau wird gebraucht, heute und in Zukunft. Nicht nur für den Bau von dringend benötigtem Wohnraum, sondern auch für die Instandhaltung und Erweiterung der Verkehrs-, Energie- und sozialen Infrastruktur. Deshalb ist es absurd, dass vereinzelt Bauunternehmen aufgrund schwindender Aufträge überlegen müssen, ihr Personal in Kurzarbeit zu schicken.“ Laut der Bundesagentur für Arbeit hätten im Februar 346 Unternehmen des Baugewerbes für 2.458 Personen Kurzarbeit ange­zeigt, vor zwei Jahren sei das noch nicht notwendig gewesen. „Noch viel schlimmer sind die wieder stark steigenden Insolvenzzahlen in unserer Branche. Allein im vergangenen Jahr mussten 1.400 Unternehmen des Bauhauptgewerbes Insolvenz anmelden, ein Viertel mehr als 2022. Wir befürchten, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird, schließlich hat sich der Ertragslage in unserer Branche aufgrund der stark gestiegenen Material-, Energie- und Zinskosten seit 2021 deutlich verschlechtert.“ Nach neuesten Berechnungen des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes hätte sich die Umsatzrendite im Bauhauptgewerbe von ehemals 10 Prozent im Jahr 2020 auf 6,6 Prozent im Jahr 2022 reduziert, die Eigenkapitalquote sei von 23,6 auf 19,6 Prozent gesunken. Auch für 2023 erwarte der Hauptverband keine Besserung, schließlich hätten 27 Prozent der in der Herbstumfrage der Creditreform befragten mittelständischen Bauunternehmen angegeben, dass ihre Ertragslage weiter gesunken sei, nur 15 Prozent berichten über eine gestiegene Ertragslage. „Angesichts der sinkenden Umsätze wird sich das in naher Zukunft auch nicht ändern. Nach einem realen Umsatzminus in 2023 von 5,2 Prozent ist der Umsatz1 im Januar um 5,3 Prozent gesunken.“

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes, der Bundesagentur für Arbeit, des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und der Creditreform
1 Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten | 2 kalenderbereinigt | 3 saison-, kalender- und preisbereinigt

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news-1395 Thu, 21 Mar 2024 11:20:00 +0100 Einigung von Bauverbänden und großer Auftraggeber im Fernstraßenbau: Neuer BIM-Leistungskatalog vereinfacht Ausschreibung und Abrechnung von BIM-Leistungen https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-03-21-einigung-von-bauverbaenden-und-grosser-auftraggeber-im-fernstrassenbau-neuer-bim-leistungskatalog-vereinfacht-ausschreibung-und-abrechnung-von-bim-leistungen/ Building Information Modeling (BIM) verändert die Art und Weise, wie Bauvorhaben geplant, ausgeführt und verwaltet werden. Die Etablierung dieser innovativen Methode im Fernstraßenbau erhält einen weiteren Schub: Mit dem neuen BIM-Leistungskatalog werden bestehende Unsicherheiten bei Leistungsbeschreibung und Abrechnung von BIM-Leistungen beseitigt. Der BIM-Einsatz wird für alle an Planung und Bau von Fernstraßen beteiligten Partner damit verlässlicher plan- und kalkulierbar und im Ergebnis einfacher. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. (HDB), die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e. V. (BVMB) und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e. V. (ZDB), die Autobahn GmbH des Bundes und die DEGES GmbH haben jetzt eine gemeinsame Erklärung zur Nutzung des BIM-Leistungskatalogs unterzeichnet. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gibt mit dem „Masterplan BIM Bundesfernstraßen“ Ziel und Meilensteine vor, und im Prinzip sind sich alle Akteure einig: BIM ist als digitale, kollaborative Arbeitsmethode dabei, die Planung, den Bau und perspektivisch auch den Betrieb von Fernstraßen radikal zu verändern. BIM ermöglicht es Planern, Ingenieuren, Bauunternehmen und anderen am Bauprozess beteiligten Fachleuten, in Echtzeit zusammenzuarbeiten und Änderungen für alle nachvollziehbar vorzunehmen. Dadurch wird das Bauen effizienter, Kosten werden gesenkt und Fehler minimiert.

Auf dem Weg eines solchen Paradigmenwechsels sind naturgemäß viele Fragen zu beantworten bzw. praktische Probleme zu lösen. Bis heute gibt es beispielsweise immer wieder Unsicherheiten bei der Leistungsbeschreibung und der Vergütung von BIM-Leistungen, sowohl bei Hauptleistungen wie auch bei Vertragsergänzungen. Auftraggeber und Auftragnehmer müssen hier bis ins Detail eine neue, gemeinsame Sprache finden, damit beide die gleiche Leistung meinen und diese entsprechend kalkuliert, erbracht und vergütet werden kann.

Diesen gemeinsamen Bezugsrahmen liefert der jetzt veröffentlichte BIM-Leistungskatalog, der BIM-Leistungen sowohl für die Planungs- als auch für die Bauphase eindeutig beschreibt und damit kalkulierbar macht. Die DEGES hat ihn 2023 für die Planungsleistungen mit dem Verband Beratender Ingenieure (VBI) und der Bundesingenieurkammer abgestimmt und vereinbart. Jetzt setzen Autobahn GmbH und DEGES als große Auftraggeber im Fernstraßenwesen und die drei Verbände der Bauwirtschaft gemeinsam ein Zeichen für die partnerschaftliche und nachhaltige Einführung der BIM-Methode. Die gemeinsame Erklärung verstehen sie als Signal an die Mitgliedsunternehmen der drei Verbände und weitere Auftraggeberorganisationen im deutschen Fernstraßenwesen, den BIM-Leistungskatalog im Sinne der gemeinsamen Aufgaben als wertvolles Werkzeug zu nutzen.

Dirk Brandenburger, technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH des Bundes: „BIM wird bereits von führenden Bauunternehmen weltweit eingesetzt und hat sich als unverzichtbare Technologie in der modernen Baubranche etabliert. Der BIM-Leistungskatalog ist nicht nur ein Meilenstein für die weitere Digitalisierung der deutschen Branche. Für die Autobahn GmbH hilft BIM auch dabei, jüngere Fachkräfte zu gewinnen, die mit der Digitalisierung groß geworden sind.“

Bernd Rothe, technischer Geschäftsführer der DEGES GmbH: „Mit dem BIM-Leistungskatalog leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Digitalisierung der gesamten Branche, denn wir teilen darin die gesammelte Erfahrung der DEGES bei der Anwendung, Ausschreibung und Vergütung der BIM-Methode seit 2017. Wir freuen uns sehr, dass nach dem VBI und der Bundes-Ingenieurkammer nun auch eine Vereinbarung zur Anwendung mit der Autobahn GmbH des Bundes und den drei Bauverbänden HDB, BVMB und ZDB gelungen ist.“

Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE: „Die Einführung des neuen BIM-Leistungskatalogs stellt einen entscheidenden Fortschritt in der Standardisierung und Automatisierung unserer Branche dar. Dieser partnerschaftlich erarbeitete Leistungskatalog ist ein wesentlicher Baustein, um die Vorteile der digitalen Transformation für alle Beteiligten im Fernstraßenbau zugänglich zu machen. Es ist ein klares Bekenntnis zur Zukunftsfähigkeit unserer Branche. Wir setzen damit neue Maßstäbe in der digitalen Bauwirtschaft und unterstreichen die Innovationskraft der Bauindustrie bei der Implementierung richtungsweisender Technologien im Bauwesen. Durch die Schaffung einheitlicher Standards für BIM-Leistungen strukturieren wir nicht nur die Ausschreibungs- und Abrechnungsprozesse, sondern legen auch das Fundament für eine weitreichende Automatisierung in der Planung und Ausführung von Bauprojekten.“

Michael Gilka, Hauptgeschäftsführer des BVMB: „BIM geht nur gemeinsam. Die unterzeichnete Vereinbarung zur Anwendung des BIM-Leistungskatalogs markiert einen Meilenstein für die Digitalisierung am Bau. Die Wertschöpfungspartner treten damit den noch bestehenden Unsicherheiten bei der Leistungsbeschreibung und der Abrechnung von BIM-Leistungen entgegen – ein bedeutender Schritt für die weitere Etablierung der BIM-Methode und wichtige Voraussetzung für die breite Anwendung in der mittelständischen Bauwirtschaft.“

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des ZDB: „Der BIM-Leistungskatalog ist ein großer Schritt in Richtung Digitalisierung der Bauwirtschaft. Er erleichtert den Partnern der Wertschöpfungskette das kooperative Arbeiten deutlich, indem er einheitliche Leistungsbilder definiert, die von allen Beteiligten identisch verstanden und umgesetzt werden. Damit erreichen wir Kalkulations- und Kostensicherheit, was besonders der mittelständisch geprägten Bauwirtschaft ein ernstes Anliegen ist. Auf dem Weg in eine digitale Bauwirtschaft müssen alle Beteiligten mitgenommen werden – der BIM-Leistungskatalog ist hierfür ein wichtiges Werkzeug.“

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news-1391 Mon, 18 Mar 2024 12:20:00 +0100 Baugenehmigungen im Januar 2024 – Negativer Trend geht ungebremst weiter https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-03-18-baugenehmigungen-im-januar-2024-negativer-trend-geht-ungebremst-weiter/ Schwächster Jahresstart seit elf Jahren „Der Jahresstart 2024 im Wohnungsbau zeigt an, wohin die Reise geht. Bei Neu- und Umbauten wurden nur noch 16.800 Wohnungen genehmigt, dies war ein weiterer deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat um 23,5 Prozent. Besonders dramatisch ist die Situation im Eigenheimbau: Bei Ein- und Zweifamilienhäusern ist sogar ein Genehmigungsrückgang von 37,8 Prozent zu verzeichnen. Ohne ein beherztes Eingreifen der Politik müssen sich viele Haushalte dauerhaft vom Traum der eigenen vier Wände verabschieden.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Tim-Oliver Müller die Genehmigungszahlen, die das Statistische Bundesamt heute bekannt gegeben hat. Nicht viel besser sieht es nach seinen Worten im Mietwohnungsbau mit einem Rückgang von 20,0 Prozent aus.

Müller: „Stand heute gehen wir davon aus, dass im laufenden Jahr nur noch 220.000 bis 230.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Ohne Trendwende werden es im Wahljahr 2025 nur noch etwa 200.000 Wohnungen sein. Dann wäre die Wohnungspolitik der Bundesregierung krachend gescheitert.“ Aber auch die Bundesländer sieht Müller in der Pflicht. Diese müssten am 22. März dem Kompromissvorschlag des Vermittlungsausschusses zum Wachstumschancengesetz zustimmen, damit die degressive AfA nun endlich auf den Weg gebracht werden könne.

Es gehe allerdings nicht nur um bessere Förderbedingungen. Müller erinnert daran, dass das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen bereits 2015 einen deutlichen Abbau der vollkommen überzogenen Vorschriften und Vorgaben im Wohnungsbau gefordert hat. „Hier hat sich bis heute nichts bewegt. Den vollmundigen Worten müssen nun endlich Taten folgen“, so Müller.

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news-1385 Thu, 07 Mar 2024 11:20:00 +0100 Wir können es uns nicht leisten, weibliche Fachkräfte „links liegen zu lassen“ https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-03-07-wir-koennen-es-uns-nicht-leisten-weibliche-fachkraefte-links-liegen-zu-lassen/ Zahlen zum Internationalen Frauentag zeigen: Es geht bisher nur in kleinen Schritten voran. Einer der Gründe sind Klischees. Schiene, Straße, Brücken, Wohnhäuser – der Bau wird gebraucht wie nie. Er baut unsere Lebensräume und schafft, was bleibt. Für diese Zukunftsaufgaben hat die Branche ihren Transformationsprozess längst begonnen: Schnellere Prozesse durch Digitalisierung, Einsatz von KI und mehr Technik schafft Produktivität und erhöht die Effizienz. Das wiederum erhöht die Attraktivität für Fachkräfte – Fachkräfte, die die Baubranche dringend benötigt: männliche, weibliche, diverse.

BAUINDUSTRIE-Vize-Präsidentin Sozialpolitik Jutta Beeke: „Die Branche ist nicht unattraktiv, sondern vor allem bei der Integration weiblicher Fachkräfte mit Klischees ausgestattet. Etwa, dass körperliche Arbeit an der Rüttelplatte nur von Männern verrichtet werden könne. Ausgelassen wird in dieser veralteten Vorstellung, dass Planung einen großen Teil der Arbeit ausmacht und dass Automatisierung sowie Technisierung in der Bauindustrie schon gang und gäbe sind.“

Allein bis 2030 fehlen der Branche bis zu 100.000 Fachkräfte. „Allein aus diesem Grund wäre es ein Fehler, einen Großteil des gut ausgebildeten weiblichen Personals links liegen zu lassen. Das können wir uns nicht leisten. Denn der Bau partizipiert von verschiedenen Blickwinkeln, von verschiedenen Arbeits- und Herangehensweisen, von Diversität auf der Baustelle. Ich bin ehrlich: Wir könnten weiter sein, als es die Zahlen heute verdeutlichen. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen, besser zu werden.“

Genau deshalb engagiert sich die BAUINDUSTRIE in der „Initiative Klischeefrei“, mit Hilfe derer überkommene Vorstellungen von Berufen und Geschlechterrollen aufgelöst werden sollen. Darüber hinaus ist die Gründung des FrauenNetzwerk-Bau unter der Schirmherrschaft von Bundesbauministerin Klara Geywitz enorm wichtig, denn es bietet weiblichen Fachkräften eine Plattform für den Austausch, Wissensvermittlung und Mentoring.

Zum Internationalen Frauentag am 8. März macht Beeke deutlich, was die Branche als Arbeitgeber leisten kann: „Wir bieten abwechslungsreiche Jobs für offene, innovationsfreudige und klimaaffine, junge Leute. Mit einem enormen Potenzial für die Zukunft, insbesondere hinsichtlich der Herausforderungen in Bezug auf den zusätzlichen Bedarf an Wohnraum, der Einhaltung der Klimaziele sowie der dringend notwendigen Sanierung der teilweise maroden Infrastruktur.“

Zahlen und Fakten zu Frauen in der Baubranche

  • 14 Prozent der Beschäftigten im Baugewerbe sind weiblich.
  • Im Bauhauptgewerbe liegt der Anteil mit 11 Prozent darunter.
  • In bauhauptgewerblichen Berufen liegt der Frauenanteil bei 1,9 Prozent, innerhalb von 10 Jahren hat sich der Anteil um 0,6 Prozentpunkte erhöht.
  • Bei den gewerblichen Auszubildenden in bauhauptgewerblichen Berufen liegt der Anteil bei 3,5 Prozent.
  • Frauen arbeiten lieber in der Planung: 27 Prozent der Beschäftigten in der Bauplanung und -überwachung sind Frauen, vor 10 Jahren lag der Anteil noch bei 21 Prozent.
  • 30 Prozent der Studierenden des Fachs Bauingenieurwesen sind weiblich. Vor 20 Jahren lag er bei 22 Prozent.
  • 28 Prozent der Bauingenieure, die überwiegend in Bauunternehmen tätig sind, sind weiblich, in der öffentlichen Verwaltung liegt der Anteil bei 46 Prozent. Innerhalb von 10 Jahren hat sich der Anteil um 4 bzw. 6 Prozentpunkte erhöht.

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes, der Bundesagentur für Arbeit und der SOKA-BAU. Alle Infos zu Frauen am Bau auch unter https://www.bauindustrie.de/frauen_am_bau.

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news-1380 Thu, 29 Feb 2024 09:30:00 +0100 Baugenehmigungen im Jahr 2023 – Trendwende im Wohnungsbau nicht in Sicht https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-02-29-baugenehmigungen-im-jahr-2023-trendwende-im-wohnungsbau-nicht-in-sicht/ Stärkster Rückgang seit 2007 „Die Dezemberwerte bei den Wohnungsbaugenehmigungen haben unsere Erwartungen leider bestätigt. Bei Neu- und Umbauten wurden nur 21.200 Wohnungen genehmigt, dies war ein weiterer deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat um 35,1 Prozent. Das Jahresergebnis 2023 fällt entsprechend negativ aus. Mit 260.100 genehmigten Wohnungen wurde das Ergebnis von 2022 um 26,6 Prozent verfehlt. Dies ist der stärkste Rückgang seit dem Jahr 2007. Ich wiederhole meinen Appell: Bund und Länder müssen endlich eine konsistente Wohnungsbaupolitik auf den Weg bringen. Ohne Förderstopps, ohne Streit um das Wachstumschancengesetz und ohne Genehmigungswirrwarr. Andernfalls müssen sie sich der Kritik aussetzen, dass sie die Wohnungsnot nicht ernst nehmen.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Tim-Oliver Müller die Genehmigungszahlen, die das Statistische Bundesamt heute bekannt gegeben hat.

Die Voraussetzungen für die Trendwende im Wohnungsmarkt seien etwas besser als im vergangenen Jahr. Zum einen sei 2024 ein leichter Rückgang bei den Baukosten zu erwarten. Zum anderen seien zum Jahreswechsel die Hypothekenzinsen bei den langen Laufzeiten bereits um 0,3 Prozentpunkte gefallen, und zur Jahresmitte würden erste Zinsschritte der EZB erwartet. Müller: „Die Branche benötigt jedoch weitere Investitionsanreize für mehr bezahlbaren Wohnungsbau, vor allem durch die degressive AfA, für die die Bundesländer ihre Zustimmung erteilen müssen“.

Neben temporärer finanzieller Unterstützung braucht es langfristig ein Marktumfeld, das auch in den nächsten Jahren bezahlbaren Wohnraum möglich macht: „Bund und Länder können viel bewegen, auch ohne, dass sie Geld in die Hand nehmen müssen. Sie benötigen lediglich den politischen Willen. Denn die Flutwelle an Vorschriften und Vorgaben im Wohnungsbau muss endlich gebrochen werden“, so Müller.

Der Abbau von überzogenen Anforderungen an die Gebäude könne ein Übriges dazu tun, Baukosten zu senken und den Wohnungsbaumarkt zu beleben. „Die Bauindustrie ist mit ihrem Ansatz, industriell zu bauen, bereits heute in der Lage, die Mietkosten um 20 Prozent zu senken. Um dieses Potenzial tatsächlich zu heben, benötigen wir eine Vereinheitlichung der Landesbauordnungen. Hier sind die Länder am Zug.“

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news-1383 Sat, 24 Feb 2024 09:30:00 +0100 Prognosen bestätigt: Schwaches Baujahr 2023 https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-02-24-prognosen-bestaetigt-schwaches-baujahr-2023/ Gestiegene Materialkosten lassen reale Umsätze um 5 Prozent sinken. Aufträge gaben um 4 Prozent nach. Bauunternehmen haben nur noch 1.100 neue Arbeitsplätze geschaffen. Tiefbau nach wie vor solide Das Statistische Bundesamt meldete für das deutsche Bauhauptgewerbe1 für den Monat Dezember 2023 im Vergleich zum Vorjahresmonat einen realen Umsatzrückgang von 3,3 Prozent. Für das Gesamtjahr 2023 ergibt sich damit für alle Betriebe ein Umsatzminus von preisbereinigt 5 Prozent. „Unsere verhaltene Umsatzprognose wird leider bestätigt. Die nominal schwachen Zuwächse wurden 2023 durch die starken Materialpreissteigerungen aufgezehrt. Auf das laufende Jahr schauen wir mit gemischten Gefühlen: Wir erwarten einen weiteren preisbereinigten Umsatzrückgang von 3,5 Prozent. Und dass, obwohl der Bedarf an Bauleistungen ungebrochen hoch ist.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, die heute veröffentlichten Konjunkturindikatoren für den Bau. „Auch neue Aufträge bleiben überwiegend aus: Für das Gesamtjahr 2023 wurde ein realer Orderrückgang1 von 4,4 Prozent gemeldet.“ Dass der Auftragseingang im Dezember1,2 im Vergleich zum Vorjahresmonat um real 4,2 Prozent gestiegen sei, sei nicht auf eine Verbesserung der Baukonjunktur, sondern lediglich auf einen Basiseffekt zurückzuführen: Im Dezember 2022 sei schon ein reales Minus von 23 Prozent ausgewiesen worden.

ARBEITSPLÄTZE

Aufgrund dieser schlechten Entwicklung hätten die Bauunternehmen im vergangenen Jahr nur noch 1.120 neue Arbeitsplätze geschaffen, nach 15.200 im Jahr 2022. Für 2024 rechne der Verband sogar mit einem vor allem demographisch bedingten Rückgang von 10.000 auf dann jahresdurchschnittlich 918.000 Beschäftigte. „Das ist der erste Beschäftigtenrückgang seit 2008. Langfristig haben wir das Problem, dass beim Anspringen der Nachfrage das Personal fehlt. Dies ist besonders bitter im Wohnungsbau, der vom Beschäftigtenabbau betroffen ist. Demgegenüber werden in den Tiefbausparten weiterhin neue Mitarbeiter eingestellt“, fasst Müller die Arbeitsmarktsituation der Branche zusammen.

STIMMUNG

Müller: „Natürlich ist die Stimmung am Bau unter solchen Vorzeichen schlecht. 22 Prozent beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht, 44 Prozent erwarten sogar noch eine Verschlechterung in den kommenden 12 Monaten (DIHK-Umfrage Anfang 2024). Die Stimmung zu Jahresbeginn war nur während der Finanzkrise 2009 schlechter. Im Hochbau befürchtet sogar jeder zweite eine Verschlechterung. Angesichts der desolaten Lage am Wohnungsbaumarkt ist das kein Wunder.“ Der Verband erwarte für 2024 im Wohnungsbau einen Umsatzeinbruch von real 12 Prozent, nach 12 Prozent 2023.

Das Bild der Branche bleibt nach wie vor vielschichtig: „Trotz der eingetrübten Zahlen bleiben die Unternehmen standhaft und sind zweckoptimistisch. Denn Wohnungen werden dringend gebraucht. Kaum ein innenpolitisches Thema wird in den kommenden Monaten und auch im Bundestagswahlkampf 2025 eine solch brisante Rolle spielen.“

BAUSPARTEN

Eine leichte Entspannung sei hingegen im Wirtschaftsbau zu erwarten. Die Großprojekte im Bahn- und Kabelleitungsbau des vergangenen Jahres werden sich im Umsatz 2024 bemerkbar machen. Die BAUINDUSTRIE erwarte ein reales Umsatzplus von zwei Prozent, nach einem Rückgang von einem Prozent im vergangenen Jahr.

Auch im Öffentlichen Bau seien die Umsätze 2023 um real ein Prozent zurückgegangen, was überwiegend der überdurchschnittlichen Baumaterial- und somit Baupreissteigerung und der daraus resultierenden schwachen Entwicklung im Straßenbau geschuldet sei. Für 2024 rechne der Hauptverband allerdings mit einem leichten Plus von einem Prozent. „Um dem Substanzverlust bei unserer Infrastruktur aber nachhaltig zu begegnen, müssten Bund, Länder und Kommunen ihre Investitionsbudgets weiter erhöhen und langfristig verstetigen“, fordert Müller. „Ansonsten wird der Standort Deutschland weiter geschwächt. Deshalb müssen dringend für alle Verkehrsträger langfristige Finanzierungvereinbarungen getroffen werden, schließlich darf die Funktionsfähigkeit unserer Verkehrsnetze nicht von jährlichen Unvorhersehbarkeiten politischer Debatten abhängig sein.“

 

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes

1 Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten | 2 kalenderbereinigt

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news-1377 Tue, 06 Feb 2024 09:10:00 +0100 Ausbildungsleistung der Bauwirtschaft im Abwärtstrend https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-02-06-ausbildungsleistung-der-bauwirtschaft-im-abwaertstrend/ Zahl der Auszubildenden sinkt um 3,7 Prozent, Frauenanteil steigt Nach stark positiven Zahlen im 3. Quartal 2023 verzeichnet die Bauwirtschaft über das gesamte Bundesgebiet einen merklichen Rückgang. Über alle Ausbildungsjahre hinweg sank die Zahl junger Nachwuchskräfte laut Zahlen der SOKA-BAU zum Jahresende 2023 um über 1.500 (-3,7 Prozent) auf 40.300. Der Rückgang im 1. Ausbildungsjahr bewegt sich mit einem Minus von 2 Prozent auf knapp 13.000 Auszubildende nur unwesentlich darunter. „Die sich abschwächende Baukonjunktur sowie der allgemeine Rückgang an Nachwuchskräften scheint sich bedauerlicherweise auch auf die Ausbildungszahlen in der Bauwirtschaft niederzuschlagen“, konstatiert BAUINDUSTRIE-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller. „Nach einem langen Aufwärtstrend mit stetigen Zuwächsen seit 2016 müssen die deutschen Bauunternehmen nun im zweiten Jahr in Folge mit einer rückläufigen Zahl an Ausbildungsverträgen umgehen. Die positive Nachricht ist die, dass wir bei den Erstausbildungen mit einem Minus von 2,1 Prozent relativ zum Vorjahr wieder besser da stehen. Hier war 2022 noch ein Rückgang von 10,8 Prozent zu verzeichnen. Trotz aller widrigen Umstände zeigen sich die Bauberufe damit robust und attraktiv für Neueinsteiger. Immerhin ist gerade die Bauwirtschaft die Branche mit Zukunft, allein wenn man bedenkt, wie wichtig die Infrastrukturmodernisierung, der Netzausbau oder die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ist.“

Erneut ist bei den Ausbildungstrends ein deutlicher Ost-West-Unterschied festzustellen. Während die Zahl Auszubildender in den alten Bundesländern um 4,4 Prozent sank, hielt sie sich in den neuen Bundesländern auf Vorjahresniveau. Erfreulich ist, dass die Zahl weiblicher Auszubildender weiter steigt und 2023 um 3,2 Prozent über dem Vorjahreswert liegt, wobei der Zuwachs allein im gewerblichen Bereich erfolgte. Der Frauenanteil in der Ausbildung liegt somit bei 12,6 Prozent und bleibt trotz des Positivtrends ausbaufähig.

Als bedenklich ist die weiter rückläufige Zahl an Ausbildungsbetrieben einzuschätzen, die mit 14.555 zum Jahresende 2023 seit Beginn der Statistik den tiefsten Stand aufweist. Ausschlaggebend sind hierfür einerseits die unsicheren politischen und konjunkturellen Rahmenbedingungen, die eine längerfristige Personalplanung erschweren als auch die zunehmende Zahl ausbildungswilliger Betriebe, deren Bemühungen um Nachwuchs erfolglos blieben. „Mit unseren Sozialpartnern sowie als Spitzenverband engagieren wir uns seit Jahren für die Nachwuchskräftesicherung. Mit unserer verbandsweiten Nachwuchskampagne, Fachkräftekooperationen wie mit der Bundeswehr, unserem FrauenNetzwerk-Bau sowie durch die ständige Modernisierung unserer Berufsbilder setzen wir nicht nur branchenweit Maßstäbe. Wir schaffen auch ein gutes Umfeld für unsere Mitgliedsunternehmen und die Branche insgesamt, neue Fachkräfte zu finden. Dies geht aber nur im Einklang mit einem verlässlichen baupolitischen Rahmen, der durch ein hohes Maß an Investitionssicherheit Vertrauen für die Transformationsbranche Bau schafft“, so Müller abschließend.

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news-1373 Thu, 25 Jan 2024 09:20:00 +0100 20 Monate Order- und Umsatzminus im Wohnungsbau https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-01-25-20-monate-order-und-umsatzminus-im-wohnungsbau/ Die Entwicklung muss durchbrochen werden. Bund und Länder müssen an einem Strang ziehen. Für den Wohnungsbau war das vergangene Jahr ein weiteres verlorenes Jahr: Die Bauunternehmen1 meldeten auch für den November 2023 im Vorjahresvergleich in dieser Sparte ein reales Orderminus von 6,7 Prozent. „Das ist der zwanzigste Rückgang in Folge. Eine besorgniserregende Entwicklung. Nicht nur für die Bauunternehmen, sondern auch für die Menschen, die dringend eine Wohnung suchen.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, die aktuellen Konjunktur­indikatoren für das Bauhauptgewerbe. Für den gesamten Zeitraum von Januar bis November werde für den Wohnungsbau mittlerweile ein reales Minus von 21,2 Prozent gemeldet. „Dass sich die Minusraten langsam abschwächen, liegt daran, dass die Aufträge 2022 schon zweistellig zurückgegangen sind. Wenn der Markt bereits komplett am Boden liegt, kann es einfach nicht weiter runtergehen.“ Auch für den Umsatz werde der zwanzigste Monats­rückgang in Folge ausgewiesen: Für den November hätten die Bauunternehmen1 für den Wohnungsbau ein reales Minus von 11,8 Prozent gemeldet, für Januar bis November von 10,5 Prozent.

Müller: „Es bleibt zu hoffen, dass das neue Zinsverbilligungsprogramm diese negative Entwicklung abschwächt. Mehr Geld allein wird aber nicht reichen, es müssen endlich Strukturen verändert werden. Bund und Länder dürfen deshalb jetzt nicht nachlassen, sondern müssen für eine Vereinheitlichung der 16 Landesbauordnungen sorgen, den digitalen Bauantrag einführen und bundesweit einheitliche, digitale Verwaltungsprozesse etablieren. Alle Verantwortlichen sollten endlich an einem Strang ziehen - zum Wohle der Mieterinnen und Mieter und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Denn sonst stehen wir am Ende des Förderprogramms wieder dort, wo wir heute stehen: vor staatlichen Bauhürden, Bürokratie und fehlendem bezahlbarem Wohnraum.“

„Besonders bitter ist, dass das Bauhauptgewerbe im November nicht - wie in den vorherigen drei Monaten - durch Großprojekte in anderen Bausparten „gerettet“ wurde“, stellt Müller die Situation am Bau abschließend dar. Im Durchschnitt werde für die gesamte Branche1 ein Orderrückgang2 von real 2,7 Prozent, im Vergleich zum Vormonat3 sogar von 7,4 Prozent gemeldet. Für die ersten elf Monate werde damit ein Minus2 von 4,7 Prozent ausgewiesen. Dies hätte sich auch im Umsatz bemerkbar gemacht, welcher im November um real 3,2 Prozent und im gesamten Zeitraum von Januar bis November um 3,2 Prozent zurück­gegangen sei.

 

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes

1 Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten | 2 kalenderbereinigt | 3 preis-, saison-, kalenderbereinigt

 

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news-1371 Thu, 18 Jan 2024 09:30:00 +0100 Schwacher November für den Wohnungsbau https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-01-18-schwacher-november-fuer-den-wohnungsbau/ Genehmigungen weiter im freien Fall. Wohnungsbaupolitisches Versprechen für 2024 nötig „Auch im November 2023 zeigte sich kein Lichtblick bei den Wohnungsbaugenehmigungen. Bei Neu- und Umbauten wurden nur etwa 20.200 Wohnungen genehmigt, ein weiterer deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat um 16,9 Prozent. Das Jahresergebnis 2023 dürfte dann nur noch bei 260.000 genehmigten Wohnungen liegen und die Zahl der Fertigstellungen im neuen Jahr weiter auf die 200.000-er Marke zusteuern. Die Wohnungsbaupolitik der Bundesregierung braucht jetzt einen klaren Kompass mit einem verlässlichen Versprechen für eine echte Wohnungsinitiative in 2024, damit noch vor der Bundestagswahl 2025 der Weg aus der Krise am Wohnungsmarkt und eine Zukunftsperspektive für die Bauunternehmen gelingen kann.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Tim-Oliver Müller die (teilweise geschätzten) Genehmigungszahlen, die das Statistische Bundesamt heute bekannt gegeben hat. In den Ballungsgebieten bestehe bereits seit Jahren eine riesige Übernachfrage nach bezahlbarem Wohnraum und die Situation verschärfe sich weiter.

Zwar sei für das neue Jahr ein leichter Rückgang bei den Baukosten zu erwarten, der sich bereits zum Jahresende 2023 zeigte. Dennoch blieben die Kosten im langfristigen Vergleich weiter hoch, auch getrieben durch eine Vielzahl behördlicher Auflagen und Vorschriften. Auch von der von einigen bereits ausgerufenen Zinswende sei man immer noch weit entfernt, so Müller. „Es hilft alles nichts: Die Branche braucht Investitionsanreize für mehr bezahlbaren Wohnungsbau in Form eines Zinsverbilligungsprogramms und der degressiven Afa, für die endlich der Weg frei gemacht werden muss. Davon unabhängig werden Bund und Länder nicht an einer Entschlackung von Vorschriften und Vorgaben umherkommen. Standards und Gebäudeanforderungen müssen runter, der Weg für serielles Bauen und Sanieren freigemacht, der digitale Bauantrag eingeführt und bundesweit einheitliche, digitale Verwaltungsprozesse etabliert werden. Dafür braucht es endlich die Vereinheitlichung der 16 Landesbauordnungen hin zu einer verbindlichen Bundesbauordnung – das alles kann Baukosten senken und kostet keinen Cent. Die Bundesregierung hat jetzt die Chance, klare, eindeutige und mutige Entscheidungen zu treffen.“

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news-1370 Fri, 12 Jan 2024 14:09:00 +0100 Wir wollen nicht gepampert werden, wir brauchen Investitionen https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2024-01-12-wir-wollen-nicht-gepampert-werden-wir-brauchen-investitionen/ Baubranche gespalten – Wohnungsbau eingebrochen, keine Erholung in Sicht Die Bauindustrie ist gespalten – im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Bau ist die Branche 2023 mit einem blauen Auge davongekommen, dort sind die Umsätze lediglich leicht zurückgegangen. „Im Wohnungsbau sieht es allerdings dramatisch aus.  Die Umsätze sind um 12 Prozent regelrecht eingebrochen“, mit diesen Worten kommentiert BAUINDUSTRIE-Präsident Peter Hübner das vergangene Baujahr und blickt auf 2024.

Auch der Blick auf die kommenden Monate ist getrübt: „Wir gehen davon aus, dass der Umsatz im Wohnungsbau auch 2024 um weitere 12 Prozent fällt. Der öffentliche Bau und der Wirtschaftsbau werden vermutlich wieder leicht wachsen, unterm Strich wird die Bauindustrie aber nochmals ein reales Umsatzminus von 3,5 Prozent verzeichnen.  2024 wird aber besonders herausfordernd, da mehr als die Hälfte der Befragten unserer aktuellen Konjunkturumfrage damit rechnet, dass sich die Ertragslage weiter verschlechtert.“

Bei den Fertigungszahlen zum Wohnungsbau zeigt sich der Verbandspräsident deutlich pessimistisch: „Wir schätzen, dass 2023 etwa 270.000 Wohnungen fertig gestellt wurden, dieses Jahr dürfte die Zahl weiter zurückfallen auf gerade mal gut 200.000.“ Peter Hübner appelliert im Jahresauftakt-Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) an die Politik, die Rahmenbedingungen für mehr Verlässlichkeit und Investitionssicherheit zu schaffen. „Das ist das Wichtigste. Bauen dauert und wir müssen uns auf die Regularien verlassen können.“ Dabei betont er, dass die Branche nicht gepampert werden wolle. „Wir fordern echte Investitionen. In Schulen, ÖPNV, Brücken, Schiene, Energieversorgung. Was hat denn jetzt Priorität? Bei Wohnen und Infrastruktur könnte sie höher sein.“

Alle Zahlen zur Prognose und Rückblick finden Sie hier:

https://www.bauindustrie.de/zahlen-fakten

Das ganze Interview finden Sie hier:

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/baupraesident-huebner-im-wohnungsbau-sieht-es-dramatisch-aus-19441753.html

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news-1364 Fri, 15 Dec 2023 09:09:00 +0100 EU-Lieferkettengesetz: BAUINDUSTRIE alarmiert über Ausgang des Trilogs https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2023-12-15-eu-lieferkettengesetz-bauindustrie-alarmiert-ueber-ausgang-des-trilogs/ Bauwirtschaft soll „Hochrisiko-Sektor“ werden – mittelständische Betriebe fallen damit in den Anwendungsbereich Das Ergebnis des Trilogs zum EU-Lieferkettengesetz ist alarmierend, denn es stellt die Bauwirtschaft unter Generalverdacht. So soll die Bauwirtschaft als „Hochrisiko-Sektor“ eingestuft werden, das heißt mit einem hohen Risiko negativer Auswirkungen auf Menschenrechte und Umwelt behaftet zu sein.

„Diese Klassifizierung und die Ausdehnung des Anwendungsbereichs auf unsere mittelständischen Baubetriebe lehnen wir ausdrücklich ab. Gerade sie sind fast ausnahmslos im Inland tätig und beziehen den größten Teil ihrer Vorprodukte aus dem Inland. Diese Unternehmen werden jetzt mit einem Bürokratiemonster aus Brüssel bestraft“, so Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie.

Die Regelung bedeutet, dass die Pflichten aus dem EU-Lieferkettenschutzgesetz bereits ab 250 Mitarbeiter:innen und 40 Millionen Euro Umsatz greifen würden, anstatt wie bisher ab 500 Mitarbeiter:innen und 150 Millionen Euro Umsatz. Zudem galt die Einstufung bislang etwa für Textil-, Lebensmittel- und Rohstoffsektoren, also für Bereiche, für die branchenspezifische OECD-Leitfäden und konkrete Regeln existieren, um mit dieser Einstufung umgehen zu können. Der Finanzsektor, für den ebenfalls OECD-Regeln existieren, soll im Gegenzug aus dem EU-Lieferkettengesetz ausgenommen werden.

Die BAUINDUSTRIE habe der Erarbeitung eines europäischen Lieferkettengesetzes immer aufgeschlossen gegenübergestanden, um Wettbewerbsgleichheit innerhalb der EU herzustellen. Aber auch hier hat der EU-Gesetzgeber aus Sicht Müllers versagt. Der Gesetzesvorschlag hätte in Form einer Verordnung kommen müssen, die für alle Mitgliedstaaten gleichermaßen verbindlich ist. „Eine Richtlinie führt jetzt dazu, dass wir am Ende 27 verschiedene Lieferkettengesetze mit ganz unterschiedlichen Anforderungen in der EU haben. Wer behauptet hat, durch die EU-Initiative wird ein „level playing field“ geschaffen, der dürfte sich gründlich getäuscht haben.“ Als konkretes Beispiel verweist der Verbandschef auf eine Vorschrift im deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, wonach Bauunternehmen bei Fehlverhalten zeitweise von öffentlichen Vergabeverfahren ausgeschlossen werden sollen. „Deutschland läuft mal wieder voran in der Übererfüllung von EU-Vorgaben“, so Müller.

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news-1354 Fri, 24 Nov 2023 09:09:33 +0100 Erneut Auftragsminus im Wohnungsbau – Sorge vor Personalabbau https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2023-11-24-erneut-auftragsminus-im-wohnungsbau-sorge-vor-personalabbau/ Wirtschafts- und Öffentlicher Bau profitieren von Großprojekten. Verfassungsgerichtsurteil darf nicht zu Investitionsstopp führen. Beim Wohnungsbau ist die Talsohle immer noch nicht erreicht: Die Bauunternehmen1 meldeten für September im Vorjahresvergleich in dieser Sparte ein reales Orderminus von 15 Prozent. „Dieser Rückgang ist besonders dramatisch, da die Unternehmen schon im September 2022 ein Minus von 26,6 Prozent verkraften mussten. Wir befürchten, dass die katastrophale Lage auf dem Wohnungsmarkt bei den politischen Entscheidern immer noch nicht angekommen ist. Schon heute finden viele Menschen keine Wohnung mehr oder zahlen Mieten, die sie sich kaum leisten können. Neben sozialen Verwerfungen wird der Konjunktureinbruch zwangsläufig dazu führen, dass die Wohnungsbauunternehmen Personal abbauen, wichtige Kapazitäten gehen so über Jahre verloren. Dieser Teufelskreis ist Realität.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, die aktuellen Konjunkturindikatoren für das Bauhauptgewerbe. Schließlich hätte im Rahmen der Herbstumfrage des DIHK schon jedes dritte Hochbauunternehmen angegeben, in den kommenden zwölf Monaten Beschäftigung abzubauen.

Die negative Entwicklung im Wohnungsbau werde derzeit noch durch die positive in den übrigen Bausparten ausgeglichen. Für das gesamte Bauhauptgewerbe1 werde somit – im Vorjahresvergleich – ein reales3 Orderplus von 13,2 Prozent ausgewiesen. „Wir erleben seit Monaten eine gespaltene Entwicklung. Der fast tote Wohnungsbau auf der einen Seite und der Wirtschaftsbau und der Öffentliche Bau auf der anderen.“ Neben dem Wirtschaftstiefbau, der schon in den vergangenen Monaten von diversen Großprojekten profitiert hätte, hätten die Unternehmen im September nun auch für den Wirtschafts- und den öffentlichen Hochbau – aufgrund mehrerer Großprojekte – ein Orderplus gemeldet. Die Orderrückgänge im ersten Halbjahr hätten damit aber nicht ausgeglichen werden können, über die ersten drei Quartale läge der reale3 Auftragseingang im gesamten Bauhauptgewerbe1 noch mit 5,6 Prozent im Minus. Im Vergleich zum Vormonat sei der Auftragseingang2 im September nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes sogar um 7,3 Prozent zurückgegangen. Es wundere somit nicht, dass der baugewerbliche Umsatz im Bauhauptgewerbe1 im September um real 1,5 Prozent und über den gesamten Zeitraum von Januar bis September um real 3,6 Prozent zurückgegangen sei.

Müller: „Sorge bereitet uns – neben der Situation im Wohnungsbau – das Urteil des Bundesverfassungsgerichts und dessen Auswirkungen auf die Haushalte bei Bund und Ländern. Es darf auf keinen Fall dazu kommen, dass Investitionen eingespart und wichtige Infrastrukturprojekte auf Eis gelegt werden. Projektvergaben müssen weiterlaufen, ebenso wie die Vorbereitung neuer Maßnahmen. Wenn es jetzt zu einem Stopp kommen würde, wäre der Effekt über Monate nicht aufzuholen. Deutschlands teils völlig marode Infrastruktur mit all den schwerwiegenden Folgen für unsere Bürger:innen und Wirtschaft würden es nicht verzeihen.“

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes

1 Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten | 2 saison-, kalender- und preisbereinigt | 3 kalenderbereinigt

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news-1350 Fri, 17 Nov 2023 11:44:00 +0100 Baugenehmigungen: Sinkflug hält bereits ein Jahr an https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2023-11-17-baugenehmigungen-sinkflug-haelt-bereits-ein-jahr-an/ Keine Trendwende in Sicht. Branche blickt auf Bauministerkonferenz „Der September 2023 markiert einen neuen traurigen Negativrekord: Seit nunmehr einem Jahr gehen die Genehmigungszahlen im Wohnungsbau mit zweistelligen Raten zurück. Mit 19.300 Wohnungen wurden 29,7 Prozent weniger genehmigt als vor Jahresfrist. Dies war die geringste Zahl seit 2013. Weder der Wohnungsgipfel noch die zögerlichen Initiativen der Politik waren bisher in der Lage, die Trendwende einzuleiten und neues Vertrauen in den Markt zu bringen. Die Politik muss nun endlich überzeugend und kraftvoll reagieren, damit die Wohnungsnot sich nicht weiterverschärfe.“ So kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, die Genehmigungszahlen, die das Statistische Bundesamt heute bekannt gegeben hat. Der ungebremste Zuzug nach Deutschland verschärfe noch das Problem. „Der Rückgang der Zahl aller Wohnungen durch Neu- und Umbaugenehmigungen in den ersten 9 Monaten um 28,3 Prozent ist ein Warnsignal an alle,“ meint Müller.

Auch der Hinweis auf die hohe Zahl (100.000 Wohnungen) an genehmigten, aber noch nicht begonnenen Wohnungen helfe nicht weiter, so Müller. „Unsere Wohnungsbaufirmen berichten unisono von Gesprächen mit Investoren, die sagen, die gestiegenen Baukosten nicht mit den dann notwendigen Mieten auf dem Wohnungsmarkt refinanzieren zu können.“ Bei Kaltmieten von – je nach Region – 16 bis 18 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche werden die erteilten Genehmigungen nicht in Baumaßnahmen umgesetzt. „Die Bauindustrie hat bereits geliefert und aufgezeigt, wie etwa mit industriellem, seriellen Bauen Mieten um rund 20 Prozent gesenkt werden könnten. Bund und Länder müssen nun endlich vergleichbar effektive Maßnahmen einleiten, damit Wohnen in Deutschland wieder bezahlbar wird“, sagt Müller. Kämen keine weiteren Schritte von Bund und Ländern hinzu, stehe zu befürchten, dass im Jahr 2025 die Fertigstellungszahlen unter die 200.000-Grenze fallen würden.

Mit Sorge blickt die Branche deshalb auf die Bauministerkonferenz Ende November. Müller wiederholt die Forderung nach einer flächendeckenden Absenkung der Grunderwerbsteuer durch die Bundesländer sowie die seit vielen Jahren überfällige Vereinheitlichung der Landesbauordnungen. Von der Bundesregierung erwartet er schnellstmöglich das derzeit diskutierte Zinsverbilligungsprogramm. Nur wenn es gelinge, die Refinanzierungskosten der Investoren zu senken, sei auch mit einem Anspringen des Wohnungsbaumotors zu rechnen.

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Aktuelles Meldungen Pressemitteilung
news-1345 Wed, 08 Nov 2023 12:44:00 +0100 Bauindustrie NRW feiert 50. Freundschaftsmahl Sankt Martin 2023 https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2023-11-08-bauindustrie-nrw-feiert-50-freundschaftsmahl-sankt-martin-2023/ Prominentes Podium „Vom Wirtschaftswunderland zur Großbaustelle Deutschland“ / Gäste spenden 60.000 Euro für karitative Zwecke „Eine stabile Baukonjunktur stärkt immer auch die Wirtschaft in unserem Land insgesamt, die letzten 50 Jahre haben gezeigt: Der Baubranche und der gesamten Wertschöpfungskette Bau ging und geht es nur dann gut, wenn es der Wirtschaft insgesamt gut geht“, so Daniel Strücker, Präsident des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen, zum Auftakt des 50. Freundschaftsmahls Sankt Martin der nordrhein-westfälischen Bauindustrie.

Das Land leide unter überbordenden Vorgaben und hemmenden Rahmenbedingungen, es müsse beispielsweise im Wohnungsbau in Zukunft möglich sein, auch mit einfacheren Standards, die rechtlich verbindlich geregelt sein müssen, zu bauen. Denn „ohne bezahlbaren und verfügbaren Wohnraum gewinnen wir keine Fachkräfte aus dem In- und Ausland“, so Strücker. Das könne sich der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht leisten.

Ministerpräsident Hendrik Wüst betonte in seinem Grußwort die zentrale Rolle der Bauwirtschaft bei der Umsetzung der Transformation des Landes: Die Bauindustrie spielt auf dem Weg zu einem klimaneutralen Land eine wichtige Rolle. Aktuell müsse alles getan werden, um wirtschaftlich wieder wettbewerbsfähig zu werden durch schnellere Genehmigungsverfahren, weniger Bürokratie und kluge Investitions-anreize für Bauinvestitionen.

Diskussionsrunde „Vom Wirtschaftswunderland zur Großbaustelle“

Einen Blick in die Zukunft warfen Arndt G. Kirchhoff, Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW, Katherina Reiche, Vorstandsvorsitzende Westenergie AG, und Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender Evonik Industries AG. Unter dem Motto „Vom Wirtschaftswunderland zur Großbaustelle Deutschland“ diskutierten die drei Wirtschaftslenker darüber, was sich politisch und gesellschaftlich verändern muss, um die Transformation des Landes zu schaffen.

Die drei zeigten sich überzeugt, dass die Politik dringend handeln müsse: Hohen Energiepreisen müsse mit einem ausreichenden und verlässlichen Energieangebot begegnet werden, die Rahmenbedingungen für Investitionen und positive Standortentscheidungen insgesamt verbessert werden. Planungs- und Genehmigungsverfahren dauerten oft viel zu lange, eine überbordende Bürokratie überfordere Verwaltungen und Wirtschaft, die Digitalisierung von Prozessen käme kaum voran.

Auch Daniel Strücker, Präsident der Bauindustrie NRW, forderte eine Beschleunigung der Genehmigungen: Wenn Ämter dies in einer bestimmten Frist nicht schafften, sollten Projekte als automatisch genehmigt gelten, denn: „Deutschland wird in den nächsten Jahren eine Großbaustelle sein.“

Gäste und Branche spenden 60.000 Euro für karitative Zwecke

Die drei Diskutanten freuten sich jeweils über einen Spendencheck in Höhe von 20.000 Euro, die sie karitativen Zwecken zukommen lassen. In guter Tradition des heiligen Martin von Tours sammelt die Bauindustrie Nordrhein-Westfalen alljährlich anlässlich des Freundschaftsmahles Sankt Martin für Menschen in Not. Seit 1973 konnte so Hilfsbedürftigen im In- und Ausland mit fast 2 Mio. Euro geholfen werden.

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news-1343 Thu, 02 Nov 2023 15:13:12 +0100 BAUINDUSTRIE NRW zur vorgestellten Sanierungsoffensive für Verkehrsinfrastruktur der NRW-Landesregierung https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2023-11-02-bauindustrie-nrw-zur-vorgestellten-sanierungsoffensive-fuer-verkehrsinfrastruktur-der-nrw-landesregierung/ Die heute von Landesverkehrsminister Oliver Krischer vorgestellten Pläne zu einer „Sanierungsoffensive für die Verkehrsinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen“ kommentiert Prof. Beate Wiemann, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbands Nordrhein-Westfalen: „Die von Minister Krischer angekündigte Sanierungsoffensive ist richtig und notwendig, denn eine qualitativ hochwertige, leistungs- und funktionsfähige Infrastruktur von Straßen und Brücken über die Schiene hin zur Wasserstraße ist zentrale Grundlage für eine funktionierende Volkswirtschaft und einen attraktiven Wirtschaftsstandort NRW.

Den Fokus nur auf Erhalt und Sanierung zu richten, greift allerdings zu kurz: NRW ist weiterhin auf Neubaumaßnahmen und Kapazitätsausweitungen angewiesen – gerade auch zur Umsetzung einer Mobilitätswende. De-facto ein Ausbaumoratorium auszurufen mit dem Hinweis auf knappe Personalressourcen bei den Öffentlichen Auftraggebern, Genehmigungs-behörden und ausführenden Unternehmen erscheint mir vorgeschoben.

Die Bauindustrie NRW hat in den vergangenen Jahren ihre Kapazitäten im Vertrauen auf den von der Politik angekündigten Investitionshochlauf stetig ausgebaut. Keines der nun angekündigten Bauvorhaben wird an den Kapazitäten der Branche scheitern“, so Wiemann. „Dafür brauchen wir aber konkrete Maßnahmenpläne, um Bedarfe frühzeitig zu erkennen und Kapazitäten aufbauen und vorhalten zu können.“

Es gelte aber auch, die personellen Ressourcen in den öffentlichen Vergabestellen weiter auszubauen und zu qualifizieren, um Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und eine Verstetigung bei den Ausschreibungen sicherzustellen. Helfen könne dabei auch ein ernsthafter Abbau bürokratischer Hürden.

Die Branche brauche mittel- und langfristige Planungssicherheit. „Wir begrüßen deshalb eine engmaschige Überwachung des Zustands unserer Verkehrsinfrastruktur, um verkehrsbeeinträchtigende Ablastungen oder Stilllegungen z.B. von Brückenbauwerken zu vermeiden und priorisiert und frühzeitig Maßnahmen ergreifen zu können“, kommentiert Wiemann.

„Nachhaltiges und klimaangepasstes Planen und Bauen bei Infrastrukturprojekten sollte die Landesregierung zum Standard machen und dabei eng mit der Privatwirtschaft kooperativ zusammenarbeiten, öffentliche Räume für die Erprobung neuer Systeme und digitaler Konzepte im Rahmen von Pilotprojekten bereitstellen und die vergaberechtlichen Möglichkeiten gerade im Hinblick auf nachhaltige Baustoffe und –verfahren, wie z.B. temperaturabgesenkte Asphalte und rezyklierte Materialien, voll ausschöpfen“, so Wiemann.

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news-1339 Wed, 25 Oct 2023 09:07:36 +0200 Großprojekte verhelfen zum Auftragsplus https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2023-10-25-grossprojekte-verhelfen-zum-auftragsplus/ Auftragseingang im gesamten Bauhauptgewerbe deutlich im Plus, Wohnungsbau aber nach wie vor im Minus Für das gesamte Bauhauptgewerbe hat das Statistische Bundesamt ein deutliches Orderplus veröffentlicht: Im August lag der Auftragseingang1,2 um 10,8 Prozent über dem Niveau des Vormonats, im Vorjahresvergleich3 wurde sogar ein reales Plus von 17,5 Prozent ausgewiesen. „Diese positive Entwicklung im Auftragseingang ist gut, allerdings ausschließlich auf mehrere Großprojekte im Bahnbau zurückzuführen. Dies ist erfreulich für die Bahnbaubetriebe; kann und darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Auftragseingang im Wohnungsbau nach wie vor rückläufig ist“. Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, die aktuellen Konjunkturindikatoren für das Bauhauptgewerbe. Der Anstieg im Bauhauptgewerbe sei zum einen der realen Verdoppelung der Aufträge im Wirtschaftstiefbau – in dem überwiegend die Bahn enthalten ist – zu verdanken und zum anderen einem statistischen Basiseffekt, schließlich sei der Auftragseingang1,3 im Vorjahresmonat (August 2022) um 15,6 Prozent zurückgegangen. Dem Wohnungsbau hätte dieser Effekt allerdings nicht geholfen: Dort seien die Aufträge im August 2022 schon um real 23,8 Prozent eingebrochen und seien im August dieses Jahres noch mal um 6,5 Prozent zurückgegangen. „Die Rückgänge schwächen sich nur aufgrund der statistischen Effekte ab, nicht weil die Talsohle im Wohnungsbau erreicht wäre oder genügend Maßnahmen seitens der Politik ergriffen wurden, um das Ruder endlich herumzureißen“, fasst Müller die Situation zusammen.

Müller: „Für das gesamte Bauhauptgewerbe ergibt sich für die ersten acht Monate – trotz der guten Entwicklung im Wirtschaftstiefbau – immer noch ein reales3 Orderminus von 7,6 Prozent. Es wundert somit nicht, dass für den Umsatz1 im August nur eine reale Stagnation auf dem schon schlechten Vorjahreswert ausgewiesen wurde.“ Dass der Umsatz im Bauhauptgewerbe nicht noch schlechter ausgefallen sei, sei ebenfalls auf statistische Effekte zurückzuführen, schließlich würden schon seit April 2022 reale Umsatzrückgänge ausgewiesen. In den ersten acht Monaten dieses Jahres habe der Umsatz im Bauhauptgewerbe um real 4,0 Prozent unter dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums gelegen, im Wohnungsbau sogar um 10,8 Prozent.

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes und des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie.

1 Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten | 2 saison-, kalender- und preisbereinigt | 3 kalenderbereinigt

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news-1335 Wed, 18 Oct 2023 08:48:17 +0200 Baugenehmigungen weiter im freien Fall https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2023-10-18-baugenehmigungen-weiter-im-freien-fall/ Wochen nach Wohnungsgipfel wartet die Branche auf Signale „Vor wenigen Wochen fand der Wohnungsbaugipfel im Kanzleramt statt und noch immer warten wir auf ein deutliches Signal für den Wohnungsbau. Zwar können die beschlossenen Maßnahmen erst mittelfristig wirken. Wenn aber die Regierung nicht über die angekündigten Mittel hinaus weitere Initiativen ergreift, wird die Wohnungsnot zu einem der drängendsten politischen Probleme des kommenden Jahres.“ So kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Tim-Oliver Müller die Genehmigungszahlen, die das Statistische Bundesamt heute bekannt gegeben hat. „Wir sind mittlerweile – bei einer um gut drei Millionen Menschen höheren Bevölkerungszahl – wieder auf das Genehmigungsniveau von Anfang 2014 zurückgefallen. So werden weder die Menschen im Land mit genügend bezahlbaren Wohnraum versorgt, noch werden wir attraktiv für die Fachkräfteeinwanderung. Ganz abgesehen von der wirtschaftlichen Bedeutung der Baubranche, denen die Aufträge im Wohnungsbau auszugehen drohen.“

Im August sei laut Destatis die Zahl der genehmigten Wohnungen (Neu- und Umbau) gegenüber dem Vorjahresmonat um 31,6 Prozent zurückgegangen, in neuen Mehrfamilienhäusern um 28,2 Prozent. „Der Wunsch nach Wohneigentum ist mittlerweile für breite Kreise der Bevölkerung unerschwinglich geworden. So sind im August 46,8 Prozent weniger neue Ein- und Zweifamilienhäuser genehmigt worden als im Vorjahr“, ergänzt Müller. In den ersten 8 Monaten 2023 sei insgesamt die Zahl aller Genehmigungen um 28,3 Prozent niedriger gewesen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Müller begrüßt zwar das auf dem Wohnungsgipfel vorgelegte Bau-Paket der Bundesregierung. Es würden wichtige Punkte aufgegriffen, die die Bauindustrie gefordert habe. Er mahnt aber auch die schnelle Prüfung eines attraktiven Zinsverbilligungsprogramms an, das die Bundesregierung ins Spiel gebracht habe. Angesichts des starken Zinsanstiegs in den vergangenen 18 Monaten sei ein solches Programm notwendig, um den Investoren wieder Zugang zu bezahlbaren Krediten zu verschaffen.

Mit Blick auf die Bauministerkonferenz im November wies Müller darauf hin, dass viele der im Bau-Paket genannten Punkte von einer Zustimmung der Bundesländer abhängig seien, so etwa die Beschleunigung der Baugenehmigungen oder die Senkung der Grunderwerbsteuer. Müller: „Die vom Bund geplanten Maßnahmen des Bau-Pakets müssen größtenteils durch die Länder umgesetzt werden. Hier fand bisher aber keine bemerkbare Bewegung statt. Mit Spannung schauen wir deshalb auf die Bauministerkonferenz, die zwingend Ergebnisse liefern muss. Es ist absolut notwendig, dass die Bundesländer ihre Interessenunterschiede zu Gunsten einer bundesweiten Lösung zurückstellen, sonst wird es keinen spürbaren Impuls für den Neubau bezahlbarer Wohnungen geben.“

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes.

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news-1336 Tue, 17 Oct 2023 08:50:00 +0200 Serielles und modulares Bauen 2.0: Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW legt neue Rahmenvereinbarung vor https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2023-10-17-serielles-und-modulares-bauen-20-spitzenverband-der-wohnungswirtschaft-gdw-legt-neue-rahmenvereinbarung-vor/ Europaweiter Wettbewerb liefert 25 zukunftsweisende Konzepte für schnellen, kostengünstigen Wohnungsbau in hoher Qualität Berlin – Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW hat mit Unterstützung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie nach dem großen Erfolg der ersten Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen eine neue Rahmenvereinbarung 2.0, wieder im Rahmen eines europaweiten vergaberechtlichen Ausschreibungsverfahrens, an den Start gebracht. 20 Bieter erhielten heute den Zuschlag für insgesamt 25 innovative Wohnungsbaukonzepte, die Mitgliedsunternehmen des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW künftig realisieren können.

In einem siebenmonatigen, komplexen und kostenintensiven Verfahren wurden von einer fachkundigen Jury unter Einbeziehung der Partner Bundesbauministerium und Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und unter Mitwirkung der Bundesarchitektenkammer die 25 besten seriellen und modularen Konzepte zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ausgewählt. Der GdW führt damit nach seiner Pionierleistung von 2018 das serielle und modulare Bauen jetzt in die nächste Generation.

Ein großer Vorteil des seriellen und modularen Wohnungsbaus ist die Zeitersparnis. Sie ergibt sich insbesondere dadurch, dass Teile der Projektausschreibung und -vergabe sowie der Planung eines vorgesehenen Wohnungsbaus durch die Rahmenvereinbarung und die darin angebotenen, durchgeplanten Konzepte vorweggenommen werden. Kürzere, effizientere Bauphasen dank der Vorfertigung von Bauteilen und ganzer Module bringen beim seriellen und modularen Bauen weitere wesentliche Zeitvorteile.

Die Rahmenvereinbarung gibt ein starkes Preissignal in den Markt, da die Baukosten bei rund der Hälfte der Angebote unter dem Medianwert von rund 3.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und damit deutlich unter den durchschnittlichen Preisen für Mehrfamilienhäuser in Deutschland aus 2022 liegen. Aufgrund der Vielfältigkeit der Angebote, die von Holzbau über Stahlbeton bis hin zu Hybridbauweisen reichen, liegt die Spanne der Angebotspreise für die innovativen Modellgebäude insgesamt zwischen 2.370 und 4.370 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Weitere Preisvorteile können zusätzlich durch Mengeneffekte generiert werden. Angesichts stark gestiegener und kurzfristig stark schwankender Baukosten garantiert die Rahmenvereinbarung zudem dringend notwendige Preissicherheit. Die in der neuen Vereinbarung für fünf Jahre festgeschriebenen Preise können nur auf Grundlage festgelegter Material- beziehungsweise Baupreisindizes angepasst werden.

Die Auswahl der Rahmenvertragspartner erfolgte nach ökonomischen Kriterien, wie Angebotspreis, Skaleneffekte, Liefergebiet, Lieferkosten und gleichgewichtet nach Kriterien der Kategorie Qualität und Innovation. Hier wurden Punkte für städtebauliche und gestalterische Qualität, funktionale und technische Qualität sowie die ökologische Qualität vergeben. Die ökologische Qualität der Angebote ging mit einem Anteil von einem Drittel nun deutlich gewichtiger in die Bewertung ein. Damit orientieren sich die Angebote auch an künftigen Förderkulissen und Nachhaltigkeitsanforderungen.

Die Bewertung der Angebote erfolgte auch mit Unterstützung der Bundesarchitektenkammer. Mit der Rahmenvereinbarung setzt der GdW eine konkrete Maßnahme aus dem ersten Bündnis bezahlbarer Wohnraum von 2017 um und entwickelt sie konsequent weiter.    

Bundesbauministerin Klara Geywitz: „Wir brauchen Tempo beim Wohnungsbau. Mit dieser neuen Rahmenvereinbarung kommen wir jetzt gemeinsam einen Schritt weiter, um beim Planen und Bauen der dringend benötigten Wohnungen schneller zu werden. Sie hilft den Wohnungsunternehmen im ganzen Land dabei, ihre Projekte unkomplizierter und kostengünstiger umzusetzen – und das bei gleichbleibend hoher Qualität. Denn durch Vorfertigung, durch serielles und modulares Bauen kommen Zeitersparnis und Effizienz zustande. Mit zahlreichen Maßnahmen beschleunigen wir das Planen und Bauen. Die Einrichtung einer Geschäftsstelle und eines runden Tisches für das serielle, modulare und systemische Bauen zählt dazu, ebenso die Einführung des digitalen Bauantrages und die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren. Und weitere Maßnahmen werden folgen, mit denen wir dafür sorgen, dass in kürzerer Zeit mehr und schneller Wohnraum entsteht.“

Peter Hübner, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB): „Die Rahmenvereinbarung ist ein deutliches Bekenntnis zum seriellen und modularen Bauen und für unsere Branche von großer Bedeutung. Denn das serielle Bauen ist ein ideales Beispiel, wie durch industrielle Prozesse noch effektiver und integrierter geplant und gebaut werden kann. Durch eine durchgehende und auf die Bauausführung abgestimmte, voll digitalisierte Planung können Prozesse optimiert, Schnittstellen reduziert und die Fehleranfälligkeit minimiert werden. Gleichzeitig können durch industrielle Vorfertigung oder hohe Wiederholungseffekte Kosten und Bauzeiten bei gleichbleibender Qualität reduziert werden. Diese wirtschaftlichen Effekte zahlen am Ende auch auf die Nachhaltigkeit ein, da Ressourceneinsatz optimiert und damit CO2-Emissionen reduziert werden. Auch für unser Personal ist weniger Zeit bei Wind und Wetter auf der Baustelle ein großes Plus und erhöht die Attraktivität unserer Branche angesichts des Fachkräftemangels. Denn eines ist klar: Wir müssen künftig mit weniger Menschen mehr bauen. Der serielle und modulare Wohnungsbau ist daher in den Dimensionen Produktivität, Kosten-Nutzen und Arbeitgeberattraktivität ein Win-Win-Win-Thema.“

Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW: „Gerade angesichts der stark gestiegenen Kosten für das Bauen liefert unsere Rahmenvereinbarung ein wichtiges Preissignal in den Markt. Darüber hinaus garantiert sie Preisstabilität und damit dringend notwendige Planungssicherheit für die Wohnungsunternehmen. Das serielle und modulare Bauen 2.0 ist damit ein wichtiger Baustein, um dank moderater Baukosten neue Wohnungen zu bezahlbaren Mieten errichten zu können. Neu geschaffene Baukapazitäten dank industrieller Vorfertigung können wirksam dabei helfen, dass sich Deutschland seinen Wohnungsbauzielen langsam nähert, statt sich immer weiter von ihnen zu entfernen. Dafür müssen aber auch die weiteren Rahmenbedingungen deutlich verbessert werden: Die Regulatorik rund ums Bauen muss konsequent vereinfacht, Grundstücke dürfen nicht zum Höchstpreis vergeben und die Typengenehmigung muss in allen Landesbauordnungen mit Leben erfüllt werden. Wir brauchen in Deutschland ein neues, wahrhaftiges Versprechen für bezahlbares Wohnen. Mit der gebotenen Unterstützung vonseiten der Regierung kann der serielle und modulare Wohnungsbau ein Teil dieses Versprechens sein.“   

Vorteile des seriellen und modularen Wohnungsbaus

Für Wohnungsunternehmen bietet die Rahmenvereinbarung den großen Vorteil, dass Angebote aus der Vereinbarung mit vergleichsweise geringerem Aufwand lokal angepasst realisiert werden können. Das bringt vor allem für öffentliche Unternehmen einen deutlichen Zeitgewinn, da nicht einzeln in jedem Unternehmen und für jedes Projekt erneut europaweit ausgeschrieben werden muss. Die Vorlaufzeiten für Bauvorhaben werden dadurch wesentlich verkürzt.

Das serielle und modulare Bauen vereint darüber hinaus weitere Pluspunkte: Durch Vorfertigung von Bauteilen im Werk wird die Baustellenzeit vor Ort im Schnitt auf rund sechs Monate verkürzt, was den Nachbarschaften zugutekommt. Der Einsatz maschineller Vorproduktion ist eine Antwort auf den massiven Fachkräftemangel. Damit nur Angebote mit einer grundsätzlich hohen städtebaulichen und gestalterischen Qualität den Zuschlag erhalten, hat die Bundesarchitektenkammer im Auswahlgremium mitgewirkt. In der konkreten Umsetzung vor Ort sorgen darüber hinaus Planerinnen und Planer in Zusammenarbeit mit den Bauunternehmen für eine hohe Planungs- und Bauqualität. Ein ganz wesentlicher Vorteil bei Nutzung der Rahmenvereinbarung für alle Beteiligten ist die Planungssicherheit, Kalkulierbarkeit und Kostenstabilität über die gesamte Projektlaufzeit, die bei klassischer Vorgehensweise häufig Fehlanzeige ist.

Alle Infos zum Ausschreibungsverfahren und zur Rahmenvereinbarung finden Sie unter www.gdw.de/seriellesbauen2-0

Eine Liste der ausgewählten Bieter finden Sie hier.

Ein Foto vom gemeinsamen Start des neuen Ausschreibungsverfahrens finden Sie hier zum Download (Copyright: BMWSB/Henning Schacht)

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie ist der Arbeitgeberverband der industriellen Bauunternehmen der Bundesrepublik Deutschland. Er versteht sich als Wirtschaftsverband und Fachverband für Bautechnik. Er vertritt große und mittelständische, häufig familiengeführte Unternehmen des Bauhauptgewerbes. Der Hauptverband umfasst zehn Landes- und sieben Fachverbände. Der Branchenumsatz im Jahr 2022 lag bei 160,4 Milliarden Euro, die Zahl der Beschäftigten bei 926.660. Als Wirtschaftsverband vertritt der HDB die Interessen der deutschen Bauindustrie gegenüber Gesetzgeber, Regierung und Verwaltung. Als Arbeitgeberverband ist er Partner bei Tarifverhandlungen und engagiert sich im Bereich der betrieblichen und überbetrieblichen Ausbildung.

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Pressemitteilung
news-1333 Thu, 12 Oct 2023 11:00:00 +0200 Nachfrageeinbruch beim Wohnungsbau drückt Preise https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2023-10-12-nachfrageeinbruch-beim-wohnungsbau-drueckt-preise/ Preis für den Rohbau neuer Wohnbauten im August 2023 erstmals rückläufig – keine Entwarnung für Bauunternehmen Der Preis für den Neubau von Wohngebäuden lag im August 2023 zwar noch um 6,4 Prozent über dem Niveau vom August 2022, und im Vergleich zu Mai 2023 hat der Preis stagniert (+ 0,2 Prozent). Diese Entwicklung ist allerdings auf den Ausbau zurückzuführen: Hier legte der Preis im Vorjahresvergleich noch um 9 Prozent und im Vorquartalsvergleich um 0,9 Prozent zu. Demgegenüber wurde für den Rohbau von Wohngebäuden im August 2023 im Vergleich zu August 2022 nur noch ein leichtes Plus von 3,1 Prozent ausgewiesen. Im Vergleich zu Mai 2023 sind die Rohbaupreise sogar um 0,6 Prozent zurückgegangen, das ist das erste Minus seit 2020. “Was für Bauherren zunächst ein gutes Zeichen sein mag, ist für die Baubranche kein Anlass zur Entwarnung. Denn die Preissenkung im Rohbau ist kein Resultat sinkender staatlicher Anforderungen, sondern dem heftigen Einbruch der Baugenehmigungen und Auftragseingänge geschuldet. Die Unternehmen gehen deshalb mit den Baupreisen herunter, um ihr Personal auszulasten und halten zu können“, kommentiert BAUINDUSTRIE-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller die vom Statistischen Bundesamt heute veröffentlichten Baupreisindizes.

„Für Wohnungsbauunternehmen ist diese Entwicklung brandgefährlich. Denn wenn die auf dem Markt erzielten Baupreise nicht mehr kostendeckend sind, kann dies die Existenz gefährden und im schlimmsten Fall eine Insolvenzwelle auslösen,“ warnt der Verbandschef. Schon im ersten Halbjahr sei die Zahl der Insolvenzen im Wirtschaftszweig Bau von Gebäuden um 39 Prozent, bei den Bauträgern für Wohngebäude sogar um 43 Prozent gestiegen. Hinzu komme, dass im September im Rahmen des ifo Konjunkturtests schon jedes vierte der befragten Unternehmen des Bauhauptgewerbes, welche überwiegend im Rohbau tätig sind, gemeldet hätte, dass die Baupreise im Wohnungsbau nicht mehr Selbstkosten deckend seien, der höchste Wert seit 2011.

Müller: „Wir hoffen zwar, dass sich der aktuelle Rückgang der Rohbaupreise positiv auf die Nachfrage im Wohnungsbau auswirken und das Nachfragedefizit teilweise ausgeglichen wird. Angesichts der nach wie vor hohen Zinskosten sind wir aber skeptisch. Der Wohnungsbau braucht deshalb ein massives Zinsverbilligungsprogramms für Gebäude mit Effizienzstandard EH55: Dadurch können bereits fertiggeplante Wohnungsbauprojekte angestoßen, neuer Wohnraum geschaffen und der Baubranche Planungssicherheit gegeben werden.  Denn das wesentliche Problem in dieser Krise ist, dass es den Investoren schlicht und ergreifend an Liquidität fehlt.“

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes

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Pressemitteilung
news-1326 Mon, 25 Sep 2023 11:00:00 +0200 Wohnungsbau: Auftragseingänge brechen weiter ein, Handlungsdruck vor dem Wohnungsgipfel hoch https://www.bauindustrie-nrw.de/presse/pressemitteilungen/detail/2023-09-25-bauwirtschaft-in-nrw-im-ersten-halbjahr-wohnungs-und-wirtschaftsbau-mit-ruecklaeufigen-auftraegen-1/ Zum heutigen Wohnungsbaugipfel hat das Statistische Bundesamt abermals einen Einbruch der Auftragseingänge im Wohnungsbau gemeldet. Für Juli wurde im Vergleich zum Vorjahresmonat ein reales Orderminus1 von 11,1 Prozent ausgewiesen. Für die ersten sieben Monate ergibt sich damit ein Minus von real 26,6 Prozent. „Diese Zahlen bestätigen einmal mehr und sehr eindrucksvoll den dringenden Handlungsbedarf. Die zweistelligen Orderrückgänge, die die Bauunternehmen seit April vergangenen Jahres verkraften müssen, müssen ein Ende haben. Nicht nur, um eine drohende Insolvenz- und Entlassungswelle und somit einen zukünftigen Kapazitätsmangel in unserer Branche zu verhindern, sondern auch um den zunehmenden Wohnraummangel einzudämmen.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, die aktuellen Konjunktur-indikatoren für das Bauhauptgewerbe.

Müller: „Dass für das gesamte Bauhauptgewerbe für Juli im Vorjahresvergleich noch ein leichtes reales Orderplus1,3 von 1,5 Prozent und im Vergleich zum Vormonat1,2 sogar ein deutliches Plus von 9,6 Prozent ausgewiesen wird, ist ausschließlich auf diverse Großprojekte zurückzuführen. Das ist erfreulich, hilft dem Wohnungsbau aber nicht weiter.“ Die Großprojekte hätten insbesondere dem Straßenbau sowie dem Sonstigen Tiefbau (in dem auch der Brückenbau erfasst wird) zu einem realen zweistelligen Orderplus im Juli verholfen. Trotz dieser guten Entwicklung werde für den gesamten Zeitraum von Januar bis Juli aber immer noch ein deutlicher realer Rückgang für diese Bausparten ausgewiesen.

Der Auftragseingang des gesamten Bauhauptgewerbes hätte in diesem Zeitraum sogar um 10,7 Prozent unter dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraumes gelegen. Für den Umsatz1 seien dies keine guten Vorzeichen. Dieser hätte im Juli 2023 preisbereinigt lediglich das Vorjahresniveau (+0,2 Prozent) erreicht und das auch nur wegen eines statistischen Basiseffektes – für den Juli 2022 wurde ein Minus von real 11,0 Prozent ausgewiesen. In Summe der ersten sieben Monaten des laufenden Jahres sei der Umsatz um real 4,5 Prozent zurückgegangen. Die – schon Anfang des Jahres – vom HDB veröffentlichte Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2023 von real minus 6 Prozent könne somit Realität werden.

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes und des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie.
1 Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten | 2 saison-, kalender- und preisbereinigt | 3 kalenderbereinigt

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Pressemitteilung