Pressemitteilung vom 04.01.2018

NRW-Baukonjunktur verliert zum Quartalsbeginn an Dynamik

Düsseldorf. Oktober 2017 beschert Baubranche in NRW Wachstumsdelle, nahezu alle Bausparten mit geringeren Zuwächsen

„Wir wollen uns angesichts unserer konjunkturellen Entwicklung der letzten Monate nicht beschweren. Aber es bleibt festzuhalten: Die Bauinvestitionen in NRW gehen derzeit auf hohem Niveau langsam wieder zurück“, so Prof. Beate Wiemann, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen, zu den Konjunkturzahlen im nordrhein-westfälischen Bauhauptgewerbe von Januar bis Ende Oktober 2017.

Prof. Beate Wiemann weiter: „Offensichtlich fehlt es unseren Auftraggebern in Unternehmen und Betrieben genauso wie den Kommunen an Planungssicherheit. Keiner weiß, wo die Reise hingeht. Union und SPD sollten ihre Sondierungsgespräche nun zügig vorantreiben und eine stabile neue Bundesregierung bilden.“

Mit einem über alle Bausparten addierten Auftragseingang von rund 9,714 Milliarden Euro weist das nordrhein-westfälische Bauhauptgewerbe ein Wachstum von 12,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf.

Im Oktober 2017 lag der Auftragseingang nur rund 2,5 Prozent über dem Vorjahresmonat. Dies wirkt sich negativ auf die bisherige Konjunktur des gesamten Jahres 2017 aus. Von einem Plus von 13,4 Prozent Ende September sinkt die Konjunktur Ende Oktober auf nunmehr 12,3 Prozent.

Nahezu alle Bausparten sind von der nachlassenden Nachfrage betroffen, zeigen insgesamt jedoch nach wie vor sehr gute Werte.

Mit einem Zuwachs von 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat der Wohnungsbau von Januar bis Ende Oktober 2017 bereits die Zwei-Milliarden-Euro-Marke übertroffen (2,050 Mrd. Euro). Im Zweijahresvergleich liegt der Wohnungsbau damit 30 Prozent über dem Jahr 2015.

Der Wachstumstreiber Wirtschaftsbau büßt ebenfalls an konjunktureller Nachfrage ein, notiert jedoch auf weiterhin hohem Niveau mit einem Plus von 14,2 Prozent. Diese Entwicklung resultiert in einem Auftragseingang von fast 4,5 Milliarden Euro.

Der Wirtschafts-Hochbau kommt auf ein Plus von 15,8 Prozent und insgesamt 3,085 Milliarden Euro, während der Wirtschafts-Tiefbau ein Volumen von 1,412 Milliarden Euro aufweist (+10,9 Prozent).

Im Straßenbau konnte die NRW-Bauwirtschaft bislang von Bund, Land und Kommunen Aufträge im Wert von 1,304 Milliarden Euro generieren. Dies sind 9,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Mit einem Wachstum von glatt zehn Prozent notiert der öffentliche Hochbau bei insgesamt 424 Millionen Euro Auftragseingang.

Der öffentliche Tiefbau kann im Oktober 2017 in der reinen Monatsbetrachtung um 110,4 Prozent zulegen. Auf das Gesamtjahr von Januar bis Ende Oktober 2017 gerechnet führt dies zu einem Zuwachs von 14,2 Prozent und 1,438 Milliarden Euro Auftragseingang.