Pressemitteilung vom Baukonjunkturelle Entwicklung stabilisiert sich im November / Auftragseingang weiterhin unter Vorjahresniveau

„Die bislang unterdurchschnittlich laufende Baukonjunktur in Nordrhein-Westfalen hat sich im November spürbar stabilisiert. Dank der Auftragslage im Wohnungs-, Wirtschafts- und Straßenbau konnten die Defizite im November zumindest verkleinert werden. Der Abwärtstrend scheint vorerst gestoppt. Angesichts der immensen Sanierungsbedarfe an Gebäuden und Verkehrswegen stehen wir jedoch immer noch in den Startlöchern.“, so die Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen, Prof. Beate Wiemann heute in Düsseldorf.
Bei der monatlichen Vorstellung der Konjunkturzahlen fügte Wiemann hinzu: „Fast alle großen Bausparten liegen nach wie vor unter dem Niveau des Vorjahres.“
Die 2014 prägende, unterdurchschnittliche konjunkturelle Entwicklung in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zu Gesamtdeutschland konnte im November jedoch abgemildert werden.
Mit 8,17 Milliarden Euro liegen die Auftragseingänge in Nordrhein-Westfalen bis Ende November nun -0,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Deutschlandweit ist ein Rückgang von -0,2 Prozent festzustellen.
Der Wohnungsbau liegt mit rund -3,3 Prozent im Minus. Bis Ende Oktober hatte dieses Defizit zu 2014 jedoch noch -5,2 Prozent betragen.
Wiemann: „Die im Eiltempo beschlossene Erhöhung der Grunderwerbsteuer hat sich bereits durch Vorzieheffekte auf die Baukonjunktur ausgewirkt. Ende Oktober verkündet, entwickelte sich der Wohnungsbau im November prompt positiv.“
Mit Sorge sehe die Bauindustrie allerdings auf den Jahresstart, wenn etwaige Vorzieheffekte verpufft seien und der neue, höhere Steuersatz erstmalig greife. Dies lasse einen spürbaren Dämpfer im Wohnungsbau erwarten.
Als Bausparte mit dem bislang höchsten rückläufigen Ergebnis konnte sich der Wirtschafts-Hochbau im November ebenfalls positiv entwickeln und sein Defizit verkleinern. -3,5 Prozent stehen nun als Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu Buche. Von Ende Oktober bis Ende November konnten Aufträge im Wert von 260 Millionen Euro generiert werden. Insgesamt beläuft sich der Wirtschafts-Hochbau nunmehr auf 2,69 Milliarden Euro Auftragsvolumen.
Bilanziert man den Auftragseingang des gesamten Wirtschaftsbaus ergeben sich 4,08 Milliarden Euro und ein Rückgang von -1,7 Prozent. Deutschlandweit haben private Auftraggeber auf Vorjahresniveau (-0,1 %) investiert.
Der Straßenbau liegt zwischen Januar und November nun ebenfalls fast auf Vorjahresniveau und verzeichnet -0,3 ProzentRückgang.
Prof. Beate Wiemann: „Die Reduzierung des Defizits im Straßenbau verdanken wir nicht zuletzt der Landesregierung. Endlich konnten alle für NRW vorgesehen Bundesmittel zum Jahresende abgerufen und verbaut werden. Das stabilisiert die Auftragslage im Straßenbau.“
Allerdings, so Wiemann weiter, werde sich die Situation der Verkehrsinfrastruktur kurz- bis mittelfristig weiterhin verschlechtern: Bei steigenden Sanierungsbedarfen und insgesamt rückläufigen Auftragseingängen könne eine zügige Reparatur unserer Straßen, Schienen und Kanäle nicht funktionieren. Vielmehr stehe die Bundesregierung in der Verantwortung das Finanzierungskonzept der Bundesländer endlich in zweckgebundene, jährliche Investitionsmittel umzusetzen.

