Pressemitteilung vom Straßenbau in NRW 19 Prozent unter Vorjahresniveau / mittelständische Bauwirtschaft kritisiert mangelnde Auftragslage

„Mit der Bilanz des Monates April können wir nicht zufrieden sein. Insbesondere der Straßenbau liegt nach wie vor weit unter einem angemessenen Niveau. Und damit meine ich angemessen für die Sanierungsbedarfe unserer Verkehrsinfrastruktur sowie angemessen für die Auftragslage der Bauwirtschaft“, analysierte Prof. Beate Wiemann, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen, bei der heutigen Vorstellung der Konjunkturzahlen der Monate Januar bis April 2015.
Die Unternehmen[1] sehen sich im Straßenbau zum Ende April mit einem Auftragsrückgang von über 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konfrontiert. Bislang konnten gerade einmal Aufträge im Wert von 367 Millionen Euro für gesamt Nordrhein-Westfalen verbucht werden. 2014 lag dieser Wert Ende April noch bei 453 Millionen Euro.
Prof. Beate Wiemann: „Neben den im Straßenbau tätigen Großunternehmen leidet insbesondere unsere mittelständische Bauwirtschaft unter dieser mangelhaften Auftragslage im Straßenbau. Eine derartig geringe Auslastung von Personal und Gerätepark wirkt sich zwangsläufig auch auf die Beschäftigten aus.“
Außerdem weist der Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen darauf hin, dass sich eine rückläufige Auftragslage massiv negativ auf die Fortschritte in der Sanierung unserer Verkehrsinfrastruktur auswirkt.
Insgesamt kann die NRW-Bauwirtschaft in den ersten vier Monaten des Jahres jedoch ein leichtes Plus verbuchen. Mit einem Volumen von insgesamt 2,82 Milliarden Euro liegen die Auftragseingänge über alle Bausparten immerhin 0,8 Prozent im Plus.
Ein wichtiger Wachstumstreiber ist hierfür nach wie vor der Wohnungsbau. Mit einem Plus von 4,1 Prozent liegt dieser momentan über Vorjahresniveau. Allerdings schwächt sich die Konjunktur des Wohnungsbaus von Monat zu Monat weiter ab. Auf gut 550 Millionen Euro summieren sich die Aufträge bislang in Nordrhein-Westfalen.
Der Wirtschaftsbau liegt ebenfalls leicht im Plus. Es wurde bislang ein Auftragszuwachs von 0,3 Prozent verbucht. Damit summiert sich der Auftragseingang im Wirtschaftsbau auf bislang insgesamt 1,38 Milliarden Euro. Insbesondere der Wirtschafts-Hochbau hat dazu mit einem Plus von 3,8 Prozent beigetragen.
Der Hochbau befördert die Gesamtkonjunktur auch von Seiten der öffentlichen Auftraggeber. 6,8 Prozent beträgt der Zuwachs im öffentlichen Hochbau im Vergleich zu 2014.
[1] Gilt für Unternehmen des Bauhauptgewerbes mit mehr als 20 Beschäftigten mit Sitz in Nordrhein-Westfalen

