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Pressemitteilung vom Düsseldorfer Bauindustrie:



Düsseldorf. Die in Nordrhein-Westfalen ansässigen Baufirmen konnten im ersten Halbjahr 2015 ein Auftragsplus*) von insgesamt 3,4 Prozent über dem entsprechenden Wert des Vorjahres in ihren Büchern verbuchen. Das sind Aufträge im Wert von 4,5 Milliarden Euro. NRW liegt damit klar über dem Auftragseingang im Bundesgebiet von nur + 1,9 Prozent. Dies sei, so der Vorsitzende des Verbandsbezirks Düsseldorf und Vorstandsmitglied des Bauindustrieverbandes NRW, Axel A. Wahl, Ausdruck der insgesamt recht erfreulichen Konjunkturentwicklung in NRW und auf Bundesebene. Wie er und sein Stellvertreter Thomas Fiedler sowie das Vorstandsmitglied der Landesfachabteilung Straßenbau, Michael van Geldern, anlässlich des Jahres-Pressegesprächs ihrer Branche in Düsseldorf mitteilen, trübe allerdings die Zurückhaltung der öffentlichen Hand das Bild. Trotz neuester Meldungen zu Rekordsteuereinnahmen hielten sich die öffentlichen Auftraggeber nach wie vor in ihrer Investitionsneigung zurück.

Dobrindt-Milliarden gehen an NRW vorbei. Dramatisch sei auch die Tatsache,
ärgert sich der Straßenbau-Spezialist Michael van Geldern, dass die von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt erteilten Baufreigaben für Bundesfernstraßen von insgesamt 2,7 Milliarden Euro weitestgehend an NRW vorbeigingen. Angesichts des prognostizierten Verkehrswachstums falle Nordrhein-Westfalen zwangsläufig immer weiter zurück. „Obwohl unser Bundesland Stauland Nr. 1 ist, baut Bayern Autobahnen und NRW Ortsumgehungen.“ Schuld daran, so van Geldern weiter, sei nach wie vor der bestehende Planungsnotstand. „Dieser eklatante Mangel an planungsreifen
Projekten ist Ergebnis der völlig fehlgeleiteten Verkehrspolitik der Vergangenheit. Bis heute ist es Verkehrsminister Groschek und dem Landesbetrieb Straßen.NRW immer noch nicht gelungen, diesen Planungsnotstand zu beheben“, bringt es das
Vorstandsmitglied der Landesfachabteilung Straßenbau auf den Punkt. „Wer zu wenig Planer hat, kann Projekte nicht zur Baureife führen. Als Bauindustrie NRW haben wir dies in allen Gesprächen mit den Ministerien und Straßen.NRW angemahnt und werden dies auch weiterhin tun.“

Die Idee von günstigem Wohnen wird begrüßt. Der Wohnungsbau in NRW habe in den ersten sechs Monaten des Jahres mit + 10,7 Prozent deutlich zugelegt. Das Interesse der Investoren an einer soliden Kapitalanlage scheint ungebrochen. In diesem Zusammenhang begrüßen die Verbandsvertreter die Idee von Oberbürgermeister Thomas Geisel, „bezahlbaren Wohnraum“ in Düsseldorf zu schaffen. „Die große Knappheit von günstigen Wohnungen beruht nicht auf fehlendes Fremdkapital, sondern auf fehlende Grundstücke“, erklärt Axel A. Wahl. „Wenn die Stadt für Sozialwohnungen keine preiswerten Grundstücke zur Verfügung stellen kann, wird es schwer, einen privaten Investor zu finden.“ Denn nicht die Herstellungskosten seien hier das Problem, sondern die Grundstückspreise, so Wahl weiter. „Ein 4-Familien-haus, gebaut in Düsseldorf, kostet das gleiche wie ein 4-Familienhaus gleicher Ausstattung in Mönchengladbach. Nur der Endpreis ist ein anderer, wegen der unterschiedlichen Grundstückspreise“, erläutert der Vorsitzende die Problematik der Baukosten.

Blick in die Zukunft. Einen optimistischen Blick richten die drei Vertreter der Düsseldorfer Bauindustrie in die Zukunft. Wirtschafts- und Wohnungsbau werden auch weiterhin mittelbar von der gesamtkonjunkturellen Belebung und der damit verbundenen erfreulichen Einkommensentwicklung profitieren.

Düsseldorf kann Großprojekte. „Dank eines partnerschaftlichen Miteinanders und eines offenen Dialogs mit den Verantwortlichen der Stadt gelingt es in Düsseldorf, Großprojekte im Zeit- und Kostenrahmen umzusetzen.“ Thomas Fiedler nennt beispielhaft den Kö-Bogen mit dem Nord-West- und dem Süd-West-Tunnel, die Wehrhahn-Linie mit der technisch sehr anspruchsvollen Unterfahrung des Kaufhofs an der Kö und den Vodafone-Campus in Düsseldorf-Heerdt. Ohne diesen offensiven Dialog und insgesamt erfreulichen Umgang mit den Bürgern und allen Baubeteiligten hätte ein vor acht Jahren festgelegter Fertigstellungstermin niemals eingehalten werden können. Das sei einzigartig in der Bundesrepublik, berichtet Fiedler stolz.

Wirtschaftsstandort Düsseldorf. Die Region Düsseldorf gehört bekanntlich zu den attraktivsten Wirtschaftstandorten in der Bundesrepublik Deutschland mit dem drittgrößten Flughafen als wichtigstes internationales Drehkreuz in NRW und einer sowohl nach Fläche als auch nach Umsatz fünftgrößten Messe der Welt. Dieser Wirtschaftsstandort brauche, so Thomas Fiedler erklärend, eine funktionierende Infrastruktur. Dazu gehöre zwingend der Anschluss des Flughafens an das Stadtbahnnetz mit der U81 und der Fortsetzung dieser Linie über die Station Arena/Messe Richtung Neuss, Meerbusch und Krefeld. „Außerdem begrüßen wir die Forderung der Airport-Geschäftsführung nach mehr Start- und Landegenehmigungen (Slots) in Düsseldorf.“ Denn nur dadurch, so Thomas Fiedler weiter, sei die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens auf Dauer gewährleistet.

Ansprechpartner

 Niklas Möring
Niklas Möring

Leiter Politik-Presse-Kommunikation
Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen e.V.

 Sonja Winden
Sonja Winden

Referentin Politik-Presse-Kommunikation
Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen e.V.