Pressemitteilung vom NRW-Bauwirtschaft startet zufriedenstellend in zweite Jahreshälfte 2015

„Der in den Ballungsgebieten unseres Landes dringend benötigte Wohnungsbau trägt die Baukonjunktur verlässlich durch das Jahr 2015. Allerdings reichen selbst 12,5 Prozent Wachstum nicht aus, um die Herausforderung der ankommenden Flüchtlinge auf dem Wohnungsmarkt langfristig zu meistern“, so Prof. Beate Wiemann, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen, bei der Vorstellung der Konjunkturdaten Januar bis Juli 2015.
„Der NRW-Wohnungsbautag am 29. September hat noch einmal verdeutlich: 2014 wurden in Nordrhein-Westfalen rund 245.000 Wohnungen fertiggestellt. Für 2015 wird angesichts des Wachstums von rund 260.000 Wohnungen ausgegangen. Aktuell schätzen wir die Bedarfe jedoch auf bis zu 400.000 Wohnungen jährlich. Ohne neue Investitionsanreize durch die Politik wird sich das nicht realisieren lassen“, so Wiemann weiter. Demnach werden bis 2020 fast zwei Millionen neue Wohnungen benötigt.
Der Wohnungsbau steht mit einem Wachstum von +12,5 Prozent und einem kumulierten Auftragseingang in den ersten sieben Monaten des Jahres von 1.05 Milliarden Euro insgesamt jedoch sehr gut da und fungiert als Wachstumstreiber der NRW-Bauwirtschaft.
Der insgesamt erfasste Auftragseingang[1] lag Ende Juli bei 5.35 Milliarden Euro und weist damit ein leicht zurückgegangenes Wachstum von 2,8 Prozent aus. Im Vergleich zum gesamten Bundesgebiet steht die nordrhein-westfälische Bauwirtschaft damit gut da. Bundesweit wurde lediglich ein Wachstum von 1,1 Prozent gemeldet.
Wiemann: „Die aktuelle Konjunkturentwicklung lässt sich bislang schwer lesen. Die zweite Jahreshälfte erwarten wir zurzeit sehr wechselhaft. Einzelne Bausparten befinden sich im Aufwind, andere müssen zum Teil deutlich federn lassen.“
Der Wirtschaftsbau hat seinen über Monate andauernden Wachstumspfad verlassen und stagniert Ende Juli kumuliert auf Vorjahresniveau (-0,1 Prozent).
Mit 2.58 Milliarden Euro entfallen rund 48 Prozent aller Aufträge auf private Wirtschaftsunternehmen in Nordrhein-Westfalen.
Während der öffentliche Hochbau bis Ende Juni noch ein Minus von neun Prozent aufwies, konnte dieser im Juli kräftig zulegen. Nach sieben Monaten beläuft sich der Auftragseingang hier auf 245 Millionen Euro. Das ist ein ordentliches Wachstum von 1,7 Prozent. Zugleich zeigen diese starken Schwankungen jedoch, wie unklar die Aussichten für die zweite Jahreshälfte aktuell sind.
Während der Straßenbau in Nordrhein-Westfalen nach wie vor deutlich unter Vorjahresniveau liegt (-7,6 Prozent), weist der sonstige öffentliche Tiefbau ähnlich hohe Wachstumsraten wie der Wohnungsbau auf. Energie- und Breitbandnetzausbau sorgen hier für ein Wachstum von 14,3 Prozent und einen Auftragseingang von 708 Millionen Euro.

