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Pressemitteilung vom Bauindustrie NRW fordert weitere Erleichterungen für Errichtung von Flüchtlingsunterkünften



„Wir fordern Bund und Land zu drei weiteren Maßnahmen auf, um möglichst schnell adäquate Flüchtlingsunterkünfte zu errichten: Ein temporärer Verzicht auf die EnEV 2016, eine Ausdehnung der GU-Vergabe und die Errichtung von Unterkünften in Systembauweise können die Bereitstellung von Wohnraum entscheidend voranbringen“, so Prof. Beate Wiemann, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen, angesichts des steten Flüchtlingszustroms nach Nordrhein-Westfalen.

Demnach benötigt das Land insgesamt rund 50.000 neue Wohnungen pro Jahr. Der Wohnungsbau wird jedoch nach wie vor durch zu viele und in der aktuellen Situation zu strikte Regelungen behindert. Dies gilt insbesondere für das zügige Errichten von Flüchtlingsunterkünften.

„Wer bei Gebäuden Energie sparen will, muss die Sanierung des Bestandes endlich steuerlich fördern. Die neue Stufe der EnEV erreicht hingegen nur eines: Eine drastische Verteuerung des momentan so dringend benötigten Wohnungsneubaus. Unsere Forderung: Die EnEV 2016 vorerst auf unbestimmte Zeit aussetzen“, so Wiemann weiter.

Prof. Beate Wiemann: „Wer jetzt schnell und wirtschaftlich adäquaten Wohnraum zur Verfügung stellen will, muss auf immer neue, teure Energiestandards verzichten und Schnittstellen im Bauablauf reduzieren. Die Kommunen müssen entscheiden dürfen, ob sie langwierig in Teil- und Fachlosen vergeben oder an einen koordinierenden Generalunternehmer. Dieser senkt Kosten- und Zeitaufwand zugleich, der personelle Aufwand für Kommunen wird deutlich reduziert.“

Gerade die bauindustriellen Unternehmen verfügen über eine Vielzahl sinnvoller und attraktiver Lösungen für Flüchtlingsunterkünfte mit möglicher anschließender Zweitnutzung, z.B. als Studentenwohnheim.

Die System- und Modularbauweisen ermöglichen eine vorangestellte industrielle Produktion und serielle Fertigung der Komponenten eines Gebäudes. Diese werden am Standort nur noch entsprechend errichtet und installiert. Gerade durch einen hohen Grad an Standardisierung sinken die Kosten und die Errichtungsdauer bei gleichzeitig hoher Qualität und Flexibilität der Gebäude.

„Unsere Unternehmen warten darauf, durch innovative und attraktive Lösungen zeitnah ansprechenden Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen“, berichtet Wiemann weiter.

Die von NRW-Bauminister Michael Groschek in der vergangenen Woche angekündigten Erleichterungen im Sozialen Wohnungsbau gehen hierfür bereits in die richtige Richtung. Tilgungsnachlässe, der temporäre Verzicht auf Baustandards sowie die Aktivierung bislang ungenutzter Flächen sind wichtige erste Schritte. Diese gilt es jedoch, durch die Vorschläge der Bauindustrie sinnvoll zu ergänzen.

Ansprechpartner

 Niklas Möring
Niklas Möring

Leiter Politik-Presse-Kommunikation
Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen e.V.

 Sonja Winden
Sonja Winden

Referentin Politik-Presse-Kommunikation
Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen e.V.