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Pressemitteilung vom Baustandards reduzieren – Kosten senken – Wohnungen bauen



„Energieeffizienz, Brandschutz, Lärmschutz, barrierefreie und rollstuhlgerechte Wohnungen, mehr und größere Aufzüge, Stellplatzverpflichtungen, Grundstücks- und Flächenmangel, lange Bearbeitungszeiten in den Kommunen – das alles sind Kostentreiber für den Wohnungsbau. Die Politik stellt sich dabei selbst ein Bein - auf der einen Seite immer neue Standards und Anforderungen, immer mehr Technik und steigende Kosten und auf der anderen Seite die Forderung nach mehr preisgünstigem Wohnraum“, so Prof. Beate Wiemann, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen zum Entwurf der Landesbauordnung. Der Bauausschuss im NRW-Landtag hatte hierfür am Dienstag Nachmittag zur Öffentlichen Anhörung geladen.

Insbesondere die vorgesehene Quote für barrierefreie und rollstuhlgerechte Wohnungen stößt auf Kritik bei der Bauindustrie Nordrhein-Westfalen.

„Niemand will gehandicapten Menschen eine passende Wohnung vorenthalten. Doch dafür müssen wir erst einmal wissen, wo wie viele Menschen mit Behinderung leben und wie viele Wohnungen wir tatsächlich benötigen. Ohne verlässliche Zahlen per Quote für ganz Nordrhein-Westfalen eine Vorgabe zu beschließen, gleicht mit Kanonen auf Spatzen schießen“, so Prof. Wiemann weiter.

Der Entwurf zur Landesbauordnung sieht vor, dass in Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen die Wohnungen eines Geschosses barrierefrei, aber nicht uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar sein sollen. In Gebäuden mit mehr als sechs Wohnungen müssen eine, in Gebäuden mit mehr als 15 Wohnungen zwei Wohnungen uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar sein. Dies soll in allen Regionen Nordrhein-Westfalens bislang undifferenziert und unabhängig vom tatsächlichen Bedarf gelten. Dabei würde der Wohnungsbau massiv verteuert und die Realisierung von mehr preisgünstigem Wohnraum konterkariert. An die Quote für barrierefreie und rollstuhlgerechte Wohnungen schließt eine Quote für den Einbau von Aufzügen, u.a. auch von übergroßen Aufzügen für Krankentragen an. Aufzüge sind ein weiterer verteuernder Kostenfaktor im Wohnungsbau.

Die Bauindustrie befürchtet, dass diese Kostensteigerungen insbesondere bei steigenden Zinsen auf die Investitionsneigung drücken und den Wohnungsbau einbrechen lassen. 

Weiteren Anstoß nimmt die Bauindustrie an den in der Landesbauordnung festgeschriebenen Fristen für die Bearbeitung von Bauanträgen.

Prof. Beate Wiemann: „Wir planen und bauen Wohnhäuser heute weitgehend digital. Der Bauantrag ist hingegen in der sprichwörtlichen Steinzeit stehen geblieben. In Papierform wandert dieser von einer Stelle zur anderen, während junge Familien auf neue preisgünstige Wohnungen warten. Die Verwaltung muss auf den „Digitalisierungs-Zug“ aufspringen und im Jahr 2016 ankommen. Eine Woche Frist für die Vollständigkeitsprüfung der Unterlagen und maximal vier Monate bis zum Bescheid eines Bauantrages müssen das Ziel sein.“

Ansprechpartner

 Niklas Möring
Niklas Möring

Leiter Politik-Presse-Kommunikation
Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen e.V.

 Sonja Winden
Sonja Winden

Referentin Politik-Presse-Kommunikation
Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen e.V.