Pressemitteilung vom 2016 beschert Nordrhein-Westfalen hervorstechende Baukonjunktur

„2016 war ein sehr gutes Jahr für die Bauwirtschaft in NRW. Der erste Schritt ist gemacht. Und doch geht die Sanierung unserer Infrastruktur jetzt erst richtig los. Die Wahlen 2017 sind somit entscheidend, ob aus ‚Bröckel-Brücken‘ und ‚Ramsch-Immobilien‘ wieder leistungsfähige Autobahnen und lebenswerte Wohnungen werden“, mit diesen Worten kommentiert Prof. Beate Wiemann, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen, die Konjunkturbilanz der Bauwirtschaft zum Jahresende 2016.
„Investitionen bauen Zukunft! Und deswegen müssen Bund, Land und Kommunen auch in 2017 konsequent in Bauleistungen investieren. Wer nach den Wahlen die Axt an Investitionen legt, wird das als ‚Boomerang‘ vom Wähler zurückbekommen. Die Menschen in NRW haben verstanden, dass alle zusammen mehr in Straßen, Schienen, Brücken und in neuen Wohnraum investieren müssen“, so Wiemann weiter.
Über alle Bausparten hinweg konnte der Auftragseinganghttps://www.bauindustrie-nrw.de/typo3/#_ftn1 im Jahr 2016 ein Wachstum von 10,1 Prozent aufweisen. Mit einem Volumen von insgesamt 10,315 Milliarden Euro liegen die Aufträge mehr als 30 Prozent über dem Niveau von vor fünf Jahren (2011: 7,902 Mrd. Euro). Deutschlandweit konnte der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr gar um 14,6 Prozent zulegen.
Prof. Beate Wiemann: „Bauinvestitionen sind ein echter Standortfaktor geworden. Autobahnen und Schienen für Pendler, das Straßenbahnnetz für den Weg in die City, Gewerbeflächen für neue Jobs und moderne bezahlbare Wohnungen für Singles und Familien treiben die Menschen um. NRW muss hier Spitzenreiter sein. Bau- und Verkehrspolitik gehört unter die Top-3-Themen im Landtagswahlkampf.“
Von besonderer Bedeutung für die Bauwirtschaft in Nordrhein-Westfalen ist seit 2015 die Nachfrage im Wohnungsbau. Mit knapp 2,2 Milliarden Euro Auftragseingang liegt der Wohnungsbau 18 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Zweijahresvergleich beträgt das Plus beachtliche 36,7 Prozent.
„Wir fordern Bund und Land auf, die Soziale Wohnraumförderung auch über 2017 hinaus mit bedarfsgerechten Mitteln auszustatten und Bauvorschriften zu reduzieren. Gegen Wohnungsnot hilft nur Bauen, Bauen, Bauen. Und gegen Kostensteigerungen helfen nur weniger Standards, Vorschriften und Regulierungen“, so Prof. Beate Wiemann.
Der Wirtschaftsbau bleibt in Nordrhein-Westfalen die auftragsstärkste Bausparte. 4,8 Milliarden Euro wurden in 2016 in den Bau von Büros, Fabriken und Industrieanlagen investiert. Das sind 4,9 Prozent mehr als in 2015.
Was möglich wäre, zeigt der Bundeswert. Deutschlandweit investierten private Auftraggeber 11,9 Prozent mehr in Bauleistungen als im Jahr zuvor. Während der Wirtschafts-Hochbau ein Plus von 10,1 Prozent zu vermelden hat, muss der Wirtschafts-Tiefbau ein Minus von 4,6 Prozent verkraften.
Im Jahr 2016 gehörte auch die öffentliche Hand zu den Trägern der Baukonjunktur. Der öffentliche Hochbau schließt das Jahr zwar nur mit einem Plus von 0,7 Prozent ab, dies entspricht einem Volumen von 446 Millionen. Allerdings ist dieser geringe Zuwachs auf einen sehr schwachen Dezember zurückzuführen. Im November verzeichnete der öffentliche Hochbau noch ein Plus in Höhe von 16,7 Prozent.
Mit einem Plus von abschließend 10,1 Prozent konnte der Straßenbau entgegen der Entwicklung im Hochbau zum Jahresende noch einmal kräftig zulegen. Knapp 1,4 Milliarden Euro flossen von Bund, Land und Kommunen an NRW-Bauunternehmen für Leistungen an Straßen und Brücken. Bundesweit liegt das Wachstum im Straßenbau jedoch bei deutlich höheren 18,8 Prozent.
Der öffentliche Tiefbau notiert zum Ende des Jahres bei einem Auftragszuwachs von 21,3 Prozent. 1,47 Milliarden Euro wurden demnach in öffentliche Tiefbaumaßnahmen investiert.

