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Pressemitteilung vom Ungewöhnlich milder Winter beschert Bauwirtschaft erfreulichen Jahresstart 2014

Baukonjunktur 1. Quartal 2014 Baukonjunktur 1. Quartal 2014

Düsseldorf. „Die Umsätze der Bauwirtschaft sind auch zu Jahresbeginn 2014 extrem durch die Witterung beeinflusst. Während die Monate des lang-anhaltenden Winters 2013 durch Stillstand und Bauunterbrechungen gekenn-zeichnet waren, konnte 2014 hingegen nahezu durchgearbeitet werden. Ent-sprechend positiv zeigen sich die gemeldeten Umsätze im ersten Quartal.“ so die Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen, Prof. Beate Wiemann, zur Veröffentlichung der vorliegenden Branchenzahlen des ersten Quartales 2014 des Bauhauptgewerbes in Nordrhein-Westfalen.

Der im ersten Quartal dieses Jahres getätigte Umsatz im Bauhauptgewerbe in Nordrhein-Westfalen liegt mit gut drei Milliarden Euro insgesamt +19,5 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Dieser immense Unterschied ist dem extrem kalten Winter 2013 und dem extrem milden Winter 2014 zuzuschreiben.

Die Auftragslage des ersten Quartals zeigt sich ebenfalls positiv. Mit einem Zuwachs von +4,6 Prozent zum Vorjahreszeitraum konnten die Unternehmen bislang Aufträge im Wert von zwei Milliarden Euro erlangen.

Im Vergleich liegt Nordrhein-Westfalen jedoch unter dem Bundesschnitt. Deutschlandweit liegen der Umsatz mit +24,6 Prozent und der Auftragsein-gang mit +acht Prozent jeweils höher als in Nordrhein-Westfalen.

Einer der Wachstumsträger war bis März vor allem der Straßenbau. Die in Nordrhein-Westfalen ansässigen Unternehmen konnten ein Auftragsplus von 13,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum verzeichnen. Dieses Auftragsplus ist dabei der besonders milden Witterung in den ersten drei Monaten des Jah-res zuzuschreiben. Insgesamt summieren sich die gemeldeten Aufträge bis März auf 310 Millionen Euro.

In den Folgemonaten April und Mai wurden die bestehenden Aufträge aller-dings nahezu abgearbeitet. Aktuell sehen sich die Straßenbauunternehmen mit einer deutlich verringerten Auslastung von Personal und Technik konfrontiert.

Prof. Beate Wiemann: „Die milden Tage zu Beginn des Jahres haben dem Straßenbau zuerst gute Auftragszahlen beschert. Diese Projekte sind jetzt allerdings nahezu vollständig abgearbeitet. Der immer noch nicht verabschie-dete Bundeshaushalt 2014 stellt die Unternehmen deswegen aktuell vor im-mense Probleme. Ohne Haushalt können keine Neubaumaßnahmen durchge-führt werden. Unsere Unternehmen stehen somit vor einem schwarzen Auf-tragsloch!“

Die hier quantifizierten Aufträge müssen zudem nicht ausschließlich in Nord-rhein-Westfalen vergeben worden sein. Lediglich der Sitz des Unternehmens in Nordrhein-Westfalen ist für diese Erhebung entscheidend.

Ein weiteres belebendes Element der Baukonjunktur ist der Wohnungsbau. Mit 357 Millionen Euro liegen die Auftragseingänge +4,6 Prozent über dem ersten Quartal 2013. Angesichts des Engpasses an bezahlbarem Wohnraum entlang der Rheinschiene und in den Universitätsstädten war ein erhöhter Auftragseingang zu erwarten und zugleich deutlich notwendig.

Durch die recht gute konjunkturelle Lage können auch die Städte und Ge-meinden in Nordrhein-Westfalen wieder mehr investieren. Die Bauunternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten verzeichnen im öffentlichen Hochbau einen erfreulichen Auftragseingang (+ acht Prozent). Mit summiert 89 Millionen Euro an Auftragseingängen ist dies jedoch eine vergleichsweise kleine Sparte.

Einen deutlichen Abwärtstrend hat der Wirtschaftshochbau zu verzeichnen. Mit einem unerwarteten Minus (-7,2 Prozent) liegen die Aufträge deutlich unter Vorjahresniveau. Trotz einer vernünftigen, robusten Gesamtkonjunktur zeigen sich die Unternehmen bei Investitionen in ihren Gebäudebestand zu-rückhaltend. Als mit Abstand größte Einzelsparte dämpft der Wirtschaftshochbau damit auch die konjunkturelle Aussicht der Bauwirtschaft.

Angesichts des insgesamt guten Bildes mahnt Prof. Beate Wiemann jedoch: „Die Umsätze und Auftragseingänge sagen bedauerlicherweise gar nichts über die Rentabilität der Unternehmen. Die Bauwirtschaft ist momentan einem extrem harten Wettbewerb untereinander ausgesetzt. Befeuert wird dieser Wettbewerb durch das praktizierte Vergaberecht, bei dem der Billigste oft profitiert. Für die Qualität der Produkte und die Zukunft der Branche kann das nicht zielführend sein“, so Wiemann. Zugleich verwies Wiemann auf eine not-wendige Umorientierung vom Preis- zum Qualitätswettbewerb.

Ansprechpartner

 Niklas Möring
Niklas Möring

Leiter Politik-Presse-Kommunikation
Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen e.V.

 Sonja Winden
Sonja Winden

Referentin Politik-Presse-Kommunikation
Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen e.V.