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Pressemitteilung vom Pressegespräch Düsseldorfer Bauindustrie

Verbandsbezirk Düsseldorf Verbandsbezirk Düsseldorf

Düsseldorf. Das Jahr 2014 startet gut für die im Verbandsbezirk Düsseldorf *) des Bauindustrieverbandes NRW ansässigen Firmen. Im 1. Quartal 2014 konnte (im Vergleich zum Vorjahr) beim Auftragseingang insgesamt ein Plus von 12,1 Prozent verbucht werden. Dies sei, so der Vorsitzende des Verbandsbezirks Düsseldorf und Vorstandsmitglied des Bauindustrieverbandes NRW, Axel A. Wahl, Ausdruck der insgesamt recht erfreulichen Konjunkturentwicklung in NRW und auf Bundesebene. Wie er und sein Stellvertreter Thomas Fiedler sowie das Vorstandsmitglied der Landesfachabteilung Straßenbau, Michael van Geldern, anlässlich des Jahres-Pressegesprächs ihrer Branche in Düsseldorf mitteilen, ließe diese seit einigen Jahren im Bereich Düsseldorf zu verzeichnende positive Tendenz durchaus auf ein erfreuliches Baujahr 2014 hoffen. Indiz dafür sei der Auftragseingang im 1. Quartal, der sich analog der Auftragseingangszahlen für NRW (+ 4,6 %) und für das Bundesgebiet (+ 8,0 %) entwickelte.

Die erfreuliche Auftragslage dürfe allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es wegen des langanhaltenden Winterwetters bis weit in das Frühjahr 2013 hinein zu einem Produktionsausfall gekommen sei, der von vielen Firmen noch nicht vollständig aufgeholt werden konnte. Dies mache der baugewerbliche Umsatz deutlich, der im Jahresergebnis 2013 im Verbandsbezirk Düsseldorf um -6,0 Prozent niedriger lag, als im Jahr zuvor (NRW: -2,2 %).

Die Umsätze und Auftragseingangszahlen sagen, so Wahl weiter, bedauerlicherweise nichts über die Rentabilität der Unternehmen aus. Die Bauwirtschaft sei momentan einem extrem harten Preiswettbewerb untereinander ausgesetzt. Befeuert würde dieser Wettbewerb durch das praktizierte Vergaberecht der öffentlichen Auftraggeber, bei dem der Billigste oft den Zuschlag bekäme, nicht der Wirtschaftlichste. „Eine Vergabe nur über den Preis, bei der die Qualität auf der Strecke bleibt, kann nicht zielführend sein und gefährdet die Zukunft der Branche und ihre Innovationskraft“, mahnt Axel Wahl. „Wir müssen endlich wegkommen vom reinen Preiswettbewerb, hin zu einem Qualitätswettbewerb.“

„Der gute Start in das Baujahr 2014 hat leider auch seine negativen Seiten, die das Wohlfühlempfinden der Unternehmer etwas trüben“, ergänzt Michael van Geldern. „Wegen der milden Temperaturen konnten die Firmen fast durcharbeiten. Jetzt fehlen in einigen Bereichen die Anschlussaufträge. Vor allem im Straßenbau ist das der Fall, da die ausschreibenden Stellen darauf nicht vorbereitet waren.“

Trotzdem richten die drei Vertreter der Düsseldorfer Bauindustrie einen optimistischen, wenn auch etwas verhaltenen Blick in die Zukunft. „Wirtschafts- und Wohnungsbau sollten mittelbar von der gesamtkonjunkturellen Belebung und der damit verbundenen erfreulichen Einkommensentwicklung profitieren.“

Auch der Straßenbau dürfte sich in 2014 weiter positiv entwickeln, da die dringende Sanierung und der Ausbau überlasteter Verkehrsknoten im Bundesfernstraßennetz einen steigenden Mitteleinsatz erfordern. „Unsere marode Verkehrsinfrastruktur ist den Herausforderungen zunehmend nicht mehr gewachsen. Sanierungsstau, fehlende Lückenschlüsse und ein hinter dem Bedarf zurückbleibender Ausbau der Bundesfernstraßen bringen unsere Verkehrsinfrastruktur insbesondere in Nordrhein-Westfalen an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit“, so Michael van Geldern.

Im kommunalen Straßenbau sähe es nicht besser aus. Ebenso seien die Brücken ein großen Problem. „Viele Bauwerke sind aus den 1960er und 70er Jahren und halten den heutigen Anforderungen nicht mehr stand“, erklärt van Geldern. Wie aus einer Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) hervorginge, müssten allein in NRW von den über 12.000 kommunalen Brücken 1.800 Bauwerke ersetzt werden. Mit knapp 2,5 Mrd. Euro habe Nordrhein-Westfalen bis 2030 den höchsten Ersatzneubaubedarf an kommunalen Straßenbrücken aller untersuchten Regionen. Nach seinen Schätzungen befänden sich im Bereich Düsseldorf 700 Ingenieurbauwerke im kommunalen Eigentum. Zwar sind diese in vergleichsweise gutem Zustand, jedoch reichen die bereitgestellten Mittel für Sanierung und Unterhalt nicht aus. Wird eine Sanierung aufgrund fehlender Mittel nach hinten verschoben, wird es unterm Strich noch teurer.“

Voraussetzung für die Erhaltung der Verkehrstüchtigkeit des Wirtschaftsstandortes NRW sei eine vollständige Abrufung aller Bundesmittel für den Straßenbau. „Es kann doch nicht sein, dass Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr 43 Mio. Euro an Bundesfernstraßenmittel im Wege des Mittelausgleichs zurückgegeben hat, nur, weil der Landesbetrieb Straßenbau NRW nicht mehr über genügend Planungskapazitäten verfügt“, ärgert sich das Vorstandsmitglied der Landesfachabteilung Straßenbau. Er appelliert an Verkehrsminister Groschek, dringend den in den vergangenen Jahren vollzogenen Stellenabbau im Landesbetrieb zu stoppen und seine Leistungsfähigkeit durch zusätzliches Planungspersonal wieder herzustellen. Skandalös sei, so van Geldern weiter, dass Straßen.NRW wegen des kontinuierlichen Stellenabbaus in den vergangenen Jahren nicht mehr über ausreichend Reserveplanungen verfüge, „so dass diese Investitionsmittel nicht für Alternativprojekte eingesetzt werden können“.

 

*) Der Verbandsbezirk Düsseldorf des Bauindustrieverbandes NRW umfasst die Stadt Düsseldorf und die Kreise Mettmann und Neuss.

Ansprechpartner

 Niklas Möring
Niklas Möring

Leiter Politik-Presse-Kommunikation
Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen e.V.

 Sonja Winden
Sonja Winden

Referentin Politik-Presse-Kommunikation
Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen e.V.